Start NEWS PANORAMA Bosnischer Taxifahrer chauffierte Fahrgast 3.200 km in eine Richtung
FAHRT DES LEBENS

Bosnischer Taxifahrer chauffierte Fahrgast 3.200 km in eine Richtung

(FOTOS: zVg.)

Šaćir Zenuni aus Sarajevo hätte sich nie erträumen können, dass ihn ein ganz normaler Arbeitstag an das andere Ende Europas führen wird.

Im Jänner 2015 wartete Zenuni, wie so oft, am Taxistand im Stadtzentrum bosnisch-herzegowinischen Hauptstadt. Dort sah er einen Kunden, der mehrere seiner Kollegen abklapperte und immer eine negative Antwort bekam. Schlussendlich landete der Mann bei Zenuni und fragte ihn, ob sie mit dem Taxi nach Lissabon fahren könnten.

Dreitägige Autofahrt
„Der Mann hatte große Flugangst. Ich habe der Fahrt sofort zugestimmt, ohne im ersten Moment darüber nachzudenken, dass Lissabon 3.200 Kilometer von Sarajevo entfernt ist“, begann der Taxifahrer seine Geschichte. Sie machten sich schlussendlich aus, sehr zeitlich am kommenden Tag aufzubrechen.

Nach 1.200 Kilometer Fahrt verbrachten sie die erste Nacht im Nordwesten Italiens, genauer gesagt in der Stadt Savona. „Am nächsten Morgen haben wir uns kurz die Stadt angesehen. Danach sind wir weitergefahren. Nachdem ich rund 1.800 Kilometer gefahren bin, fühlte ich mich extrem müde, weshalb wir einen weiteren Zwischenstopp einlegten. Wir übernachteten also in der spanischen Stadt Mérida und setzten unsere Fahrt nach Lissabon m nächsten Morgen fort. Es waren nur noch rund 400 Kilometer“, so Zenuni weiter.

Nachdem er seinen Kunden an der gewünschten Adresse abgeliefert hat, nutzte der Bosnier die Gelegenheit, auf Sightseeing zu gehen. Nicht nur Lissabon, sondern auch Madrid und Barcelona stattete Zenuni einen Besuch an.

580 Euro Spritkosten und 280 Euro Maut
Wie viel der Taxifahrer aus Sarajevo für die Fahrt bezahlt bekommen hatte, wollte er nicht verraten. Im Interview für „Klix.ba“ erzählte er nur, dass er 580 Euro für Sprit, 280 Euro für Maut und 70 Euro für die Übernachtungen ausgegeben hat. „Die Kosten beliefen sich auf 930 Euro. In nur sechs tagen bin ich rund 6.500 Kilometer gefahren“, fügte er hinzu.