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ENERGIEKRISE

Deutschland: Neue Energiesparmaßnahmen ab Herbst

Kosmo-Deutschland-Energie
(FOTO: EPA-EFE/FILIP SINGER, Vlad Yushinov)

Die deutsche Bundesregierung hat neue Energiesparmaßnahmen beschlossen, mit welchen die Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden auf maximal 19 Grad beschränkt wird. Räumlichkeiten, in denen schwere körperliche Arbeit verrichtet wird, sollen nur noch auf 12 Grad geheizt werden. Die Energiesparmaßnahmen gelten ab 1. September für sechs Monate.

Damit will Berlin den Energieverbrach im bevorstehenden Herbst und Winter deutlich reduzieren, um einen Energienotstand zu vermeiden, falls es zu Unterbrechungen bei der Versorgung mit Gas aus Russland kommen sollte. Deutschland ist von russischem Gas abhängig, weil es rund 35 Prozent seines Energiebedarfs mit Gas abdeckt; vor dem Konflikt in der Ukraine betrug dieser Anteil sogar 55 Prozent.

„Wir wollen bei niemandem die Raumtemperatur im Schlafzimmer messen, das bleibt die freie Entscheidung”, erklärte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), rief die Bürger jedoch dazu auf, zum Energiesparen beizutragen.

Zuvor war die empfohlene Raumtemperatur für Arbeitsräume mit 20 Grad bemessen, nun wurde sie um ein Grad herabgesetzt. Dort, wo schwere körperliche Arbeit geleistet wird, gelten nur noch 12 Grad. Außerdem wird es kein Warmwasser zum Händewaschen in öffentlichen Gebäuden geben.

FOTO: (iStock/vejaa)

Die neuen Energiesparmaßnahmen sehen auch Verbote für den Einzelhandel und Unternehmen vor. Geschäfte und Lokale dürfen Türen von beheizten Innenräumen nicht dauerhaft offenhalten, während beleuchtete Außenwerbung in der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr abgeschaltet werden muss. Zudem ist ab 1. September das Beheizen von Privatpools untersagt.

Darüber hinaus haben laut Beschluss der Regierung in Berlin Kohletransporte Vorrang vor dem Personenverkehr im Schienennetz.

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