Der österreichische Arbeitsmarkt steht unter Druck: Seit über zweieinhalb Jahren steigen die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich, besonders stark bei ausländischen Staatsbürgern.
Seit 31 Monaten verzeichnet Österreich einen stetigen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Aktuell sind mehr als 388.000 Personen beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos gemeldet oder befinden sich in Schulungsmaßnahmen. Dies entspricht einer Zunahme von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das AMS prognostiziert keine baldige Verbesserung der Situation, da sich die wirtschaftliche Erholung nur schleppend entwickelt.
Die ungünstigen internationalen Wirtschaftsindikatoren und die anhaltend hohe Inflation tragen zu dieser Entwicklung bei. Experten rechnen mit einem weiteren Anwachsen der Arbeitslosenzahlen bis zur Jahresmitte 2026, erst danach könnte eine Trendwende einsetzen.
⇢ Ab 2026: AMS-Zuverdienst wird angepasst
Ausländeranteil steigt
Die Daten belegen zudem einen überproportionalen Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Diese Gruppe macht mittlerweile 43,2 Prozent aller Arbeitslosen aus – in absoluten Zahlen sind das etwa 167.500 Menschen. Vor der Corona-Pandemie und dem Beginn des Ukraine-Konflikts lag dieser Anteil noch bei 34,2 Prozent, was 121.052 von damals insgesamt 354.026 Arbeitssuchenden entsprach.
Ein Vergleich der letzten sechs Jahre zeigt eine gegenläufige Entwicklung: Während die Zahl arbeitsloser österreichischer Staatsbürger seit 2019 um 5,3 Prozent auf 220.593 zurückging, stieg sie bei ausländischen Staatsangehörigen um 38,4 Prozent auf 167.525 an.
Nationale Verteilung
Die Zusammensetzung der arbeitslosen ausländischen Staatsbürger hat sich ebenfalls verändert. Während im Oktober 2019 noch türkische Staatsbürger die größte Gruppe nach den Österreichern darstellten, nehmen inzwischen syrische Staatsangehörige diese Position ein. Mit 23.650 arbeitslosen Personen verzeichnen sie einen Anstieg von 95 Prozent.
An zweiter Stelle folgen türkische Staatsbürger mit 14.578 Personen (+7,4 Prozent) und an dritter Stelle rumänische Staatsangehörige mit 13.454 Betroffenen, was einem Zuwachs von 59 Prozent entspricht. Die Zahl arbeitsloser serbischer Staatsbürger beläuft sich auf 11.753 Personen, ein Plus von 4,4 Prozent. Den markantesten prozentualen Anstieg verzeichneten ukrainische Staatsangehörige – ihre Zahl stieg um 1.339 Prozent von 692 im Jahr 2019 auf 9.955 im Jahr 2025.
In den Top 10 der arbeitslosen ausländischen Staatsangehörigen finden sich außerdem afghanische (9.854 Personen, +29,7 Prozent), deutsche (9.200, +23,5 Prozent), ungarische (9.144, +37,6 Prozent), kroatische (6.805, +39 Prozent) und bosnische Staatsbürger. Bei Letztgenannten wurde als einziger Nationalität unter den führenden Gruppen ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent auf 5.926 registrierte Personen festgestellt.
Bemerkenswert ist zudem der Anstieg bei bulgarischen Staatsangehörigen um nahezu 59 Prozent sowie bei somalischen Staatsbürgern, deren Zahl um 81,2 Prozent zunahm.
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