Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Prozess

Erbrechen und Gedächtnislücken: Schönheitschirurg griff zu gefälschtem Ozempic

Erbrechen und Gedächtnislücken: Schönheitschirurg griff zu gefälschtem Ozempic
FOTO: iStock/Carolina Rudah
2 Min. Lesezeit |

Ein Salzburger Schönheitschirurg muss sich seit Montag vor dem Steyrer Gericht verantworten. Dem 42-Jährigen wird zur Last gelegt, gefälschte Abnehmspritzen vertrieben zu haben, die bei mehreren Patienten erhebliche gesundheitliche Probleme verursachten.

Gerichtssprecherin Christina Forstner erläuterte gegenüber „Heute“ den Sachverhalt: „Der Arzt hat Patienten Ozempic (Medikament zur Behandlung von Diabetes und Gewichtsreduktion) verschrieben, irgendwann waren die Spritzen aber nicht mehr lieferbar.“ In der Folge soll der Mediziner bei zwei bereits verurteilten Importhändlern aus dem oberösterreichischen Bezirk Steyr-Land Fälschungen bestellt haben.

Gefährliche Fälschungen

Die verabreichten Präparate enthielten statt des zur Gewichtsreduktion eingesetzten Wirkstoffs „Semaglutid“ fälschlicherweise Insulin. Laut Forstner erlitten mehrere Patienten durch die falschen Medikamente gesundheitliche Schäden. Das Spektrum der Beschwerden reichte von Erbrechen und Gedächtnislücken bis zu gefährlichen hypoglykämischen Zuständen (gefährlich niedrige Blutzuckerwerte). Die Anklagepunkte gegen den Mediziner umfassen Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, gewerbsmäßigen Betrug sowie schwere Körperverletzung.

Der vorliegende Fall ist laut Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) kein Einzelfall. Der Handel mit gefälschten Abnehmspritzen, besonders mit vermeintlichem Ozempic, ist in Österreich zuletzt deutlich angestiegen. Kriminelle nutzen gezielt die hohe Nachfrage nach diesem Präparat aus, indem sie Fälschungen mit Insulin statt Semaglutid in Umlauf bringen.

Laufendes Verfahren

Der erste Verhandlungstag fand am Montag in Steyr statt. Weitere Termine sind für Dienstag sowie den 7. Juli vorgesehen. „Sollte er gestehen, wird es wohl nicht so lange dauern“, sagte Forstner. Bislang zeigt sich der Beschuldigte jedoch nicht geständig. Die Anklagepunkte gegen den Mediziner umfassen Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, gewerbsmäßigen Betrug sowie schwere Körperverletzung.

Bei einer Verurteilung droht dem Arzt, für den die Unschuldsvermutung gilt, eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Präventionsmaßnahmen zum Schutz

Um sich vor gefälschten Medikamenten zu schützen, empfehlen BASG und Apothekerkammer dringend, Medikamente ausschließlich auf ärztliche Verschreibung und nur über Apotheken zu beziehen. In den vergangenen Monaten wurden verstärkt Informationskampagnen gestartet, um Patientinnen und Patienten für die Gefahren zu sensibilisieren. Bei Verdacht auf gefälschte Präparate können sich Betroffene direkt an das BASG oder die Apothekerkammer wenden.

📍 Ort des Geschehens