Erst die grausame Entdeckung zweier Leichen, dann die überraschende Wende: Ein 16-jähriger Ukrainer stellte sich der Polizei und gestand seine Beteiligung am Tod einer Mutter und ihres Kleinkindes.
Ein 16-jähriger Ukrainer hat sich nach dem gewaltsamen Tod einer Landsfrau und deren Kleinkind in Dorsten bei der Polizei gestellt. Der Jugendliche räumte gegenüber den Einsatzkräften am Tatort eine Beteiligung an der Tat ein, wie die Polizei Recklinghausen mitteilte. Bei den Opfern handelt es sich um eine 32-jährige Ukrainerin und ihre 19 Monate alte Tochter. Beide waren in der nordrhein-westfälischen Stadt wohnhaft.
Die Entdeckung der Leichen erfolgte am Sonntag, nachdem Passanten die Polizei alarmiert hatten. Die Beamten fanden die Frau mit einer Platzwunde am Hinterkopf an einem Waldweg in Dorsten-Holsterhausen. In einem nahegelegenen Gebüsch entdeckten sie später auch den leblosen Körper des Kleinkindes. Eine Spaziergängerin hatte die Frau zunächst für eine schlafende Person gehalten.
📍 Ort des Geschehens
Bestätigte Gewalteinwirkung
Die anschließende Obduktion bestätigte den Verdacht auf Gewalteinwirkung bei beiden Opfern. Die 32-jährige Mutter wies eine Platzwunde am Hinterkopf auf, während das Kleinkind schwere Kopfverletzungen sowie einen Beinbruch erlitt. Die Ermittlungsbehörden halten sich mit weiteren Details zu Todesursache und Art der Verletzungen bislang zurück. Zum genauen Tathergang liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.
Nach Auskunft einer Polizeisprecherin konzentrieren sich die Ermittlungen derzeit ausschließlich auf den 16-jährigen Tatverdächtigen. Ob weitere Personen in den Fall verwickelt sein könnten, ist noch unklar.
Früherer Überfall
Die Ermittler prüfen auch einen möglichen Zusammenhang mit einem früheren Vorfall am selben Ort. Am 26. Juni war eine 40-jährige Frau, die mit ihrem einjährigen Kind unterwegs war, von einem Mann und einer Frau überfallen worden. Die Täter hatten versucht, ihre Handtasche zu rauben, und waren schließlich mit den Ohrringen des Opfers in einem Auto geflohen.
Bislang gibt es jedoch keine konkreten Hinweise auf eine Verbindung zwischen den beiden Vorfällen.
Zu möglichen Beziehungen zwischen dem jugendlichen Tatverdächtigen und den Opfern haben sich die Ermittler bisher nicht geäußert. Die Polizei hält sich mit Informationen zum möglichen Motiv zurück, während die Ermittlungen intensiv fortgeführt werden.