Europas Geld bekommt ein neues Gesicht: Die EZB sucht frische Designs für die dritte Euro-Banknotenserie. „Europäische Kultur“ oder „Flüsse und Vögel“ könnten bald unsere Geldbörsen zieren.
Die Europäische Zentralbank hat am 15. Juli 2025 die Bewerbungsphase für den Designwettbewerb der dritten Euro-Banknotenserie gestartet. Kreativschaffende aus allen EU-Ländern können sich bis zum 18. August 2025 für die Teilnahme registrieren. Die endgültige Entscheidung über das neue Erscheinungsbild trifft der EZB-Rat (Rat der Europäischen Zentralbank) im Jahr 2026, nachdem die Öffentlichkeit zu den Vorschlägen befragt wurde.
Der Wettbewerb zielt darauf ab, innovative Gestaltungskonzepte für die kommenden Euro-Scheine zu gewinnen. Teilnahmeberechtigt sind alle Designer mit Wohnsitz in einem EU-Mitgliedsstaat. Das Verfahren gliedert sich in zwei Etappen: Zunächst müssen Interessierte ihre Qualifikation gemäß den Wettbewerbsvorgaben nachweisen, anschließend folgt die eigentliche Entwurfsphase. Eine Fachjury aus unabhängigen Experten wird pro Themenbereich bis zu fünf Vorschläge für die Endauswahl nominieren. Nach Prüfung der Qualifikationen werden pro Thema bis zu 20 Designer zur Entwurfsphase eingeladen.
⇢ So radikal ändern sich unsere Euro-Scheine!
Die Geschichte der Euro-Banknoten begann 2002 mit der ersten Serie, die vom österreichischen Grafiker Robert Kalina von der Oesterreichischen Nationalbank gestaltet wurde. Ab 2013 folgte die Europa-Serie. Nun beginnt mit dem aktuellen Wettbewerb die Entwicklung der dritten Generation.
Themen und Auswahlverfahren
Der EZB-Rat hat nach umfangreichen Konsultationen mit Fachleuten und Bürgern zwei Leitthemen festgelegt: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Ersteres soll kulturelle Stätten und bedeutende Persönlichkeiten Europas würdigen, während das zweite Thema die ökologische Vielfalt und Widerstandsfähigkeit des Kontinents hervorhebt. Die konkreten Motivvorgaben wurden bereits im Jänner beschlossen und sind auf der EZB-Website einsehbar. Die Themen wurden nach einer europaweiten Bürgerbefragung mit rund 365.000 Teilnehmern ausgewählt, was die demokratische Dimension des Prozesses unterstreicht.
Nach Abschluss des Wettbewerbs wird die Bevölkerung Europas die Möglichkeit erhalten, Feedback zu den ausgewählten Entwürfen zu geben. Die finale Entscheidung über das Design der neuen Banknoten wird voraussichtlich Ende 2026 vom EZB-Rat getroffen.
Sicherheit und Nachhaltigkeit
Euro-Bargeld gehört zu den fälschungssichersten Zahlungsmitteln weltweit. Die EZB und die nationalen Notenbanken des Euroraums arbeiten kontinuierlich daran, die Geldscheine modern, sicher und effizient zu halten. Die regelmäßige Entwicklung neuer Serien dient nicht nur der Sicherheit, sondern berücksichtigt auch Nachhaltigkeitsaspekte und minimale Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus. Zudem soll das Design generationsübergreifende Identifikation ermöglichen und besonders für Menschen mit Sehbehinderungen barrierefrei nutzbar sein.
Detaillierte Informationen zum Wettbewerb finden Interessierte auf der Website der EZB sowie im EU-Amtsblatt.
Designer, die teilnehmen möchten, müssen ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 18. August um 12:00 Uhr MEZ einreichen.