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Sexskandal

80.000 Nacktfotos: Frau erpresst Thailands buddhistische Elite

80.000 Nacktfotos: Frau erpresst Thailands buddhistische Elite
Symbolfoto. FOTO: iStock/banjongseal324
4 Min. Lesezeit |

Mit 80.000 intimen Aufnahmen und Millionen-Erpressungen erschüttert eine Frau Thailands buddhistische Elite. Der Skandal legt tiefe Widersprüche im Klosterleben offen.

Ein Skandal erschüttert Thailands buddhistische Gemeinschaft: Eine 35-jährige Frau mit dem Spitznamen „Sika Golf“ soll zahlreiche hochrangige Mönche, die eigentlich zu strikter Keuschheit verpflichtet sind, verführt und anschließend mit kompromittierendem Bildmaterial erpresst haben. Die Ermittler sprechen von rund 80.000 Fotos und Videos sowie erheblichen Geldbeträgen aus Tempelkassen, die auf ihr Konto transferiert wurden.

Die mutmaßliche Erpresserin befindet sich bereits in Gewahrsam. Die Affäre zieht weite Kreise – mehrere Geistliche mussten ihre Ordenstracht niederlegen, andere verließen sogar das Land. Die „Bangkok Post“ bezeichnet die Vorgänge als den „größten Sex-Skandal aller Zeiten“ im thailändischen Klerus.

Die Tragweite dieser Enthüllungen erklärt sich aus der besonderen Stellung buddhistischer Mönche in der thailändischen Gesellschaft. Als Vertreter des Theravada-Buddhismus (älteste buddhistische Tradition) genießen sie außerordentliche Verehrung und fungieren als moralische Instanzen. Viele Thailänder halten spontan an, wenn sie einem Mönch begegnen, um seinen Segen zu empfangen. Zahlreiche Familien schicken ihre männlichen Nachkommen zeitweise ins Kloster zur spirituellen und charakterlichen Bildung.

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Trotz ihres Gelübdes der Armut und Enthaltsamkeit profitieren viele Mönche von großzügigen Spenden der Gläubigen. Doch ihr nahezu unanfechtbarer Status zeigt zunehmend Risse.

Erschütternde Enthüllungen

In den vergangenen Jahren häuften sich Berichte über sogenannte Luxus-Mönche, die entgegen ihrer Ordensregeln in Wohlstand schwelgten. Die Vorwürfe reichten von Veruntreuung über Drogenkonsum bis hin zu verbotenen Liebesbeziehungen. Für Aufsehen sorgten etwa Aufnahmen von Mönchen mit kostspieligen Sonnenbrillen in einem Privatjet.

Doch kein früherer Fall erreichte die Dimensionen des aktuellen Skandals. Medien im Königreich warnen: „Das ist erst der Anfang.“

„Die schiere Anzahl involvierter hochrangiger Mönche macht diesen Skandal besonders erschütternd“, kommentierte die „Bangkok Post“. Ohne die belastenden Bilder, Videos und Chatnachrichten auf den Smartphones der Beschuldigten „würden sie vermutlich weiterhin auf ihren Thronen sitzen und die Öffentlichkeit ungestraft täuschen“.

Ein 67-jähriger Abt soll beispielsweise vom Konto des Tempels Wat Chujit Dhammaram in der Provinz Ayutthaya 380.000 Baht (etwa 10.000 Euro) an die Frau überwiesen haben. Von seinem Privatkonto floss offenbar noch mehr Geld. Der Geistliche hat inzwischen den Orden verlassen. Einem anderen Mönch soll „Sika Golf“ eine Schwangerschaft vorgetäuscht haben, um monatliche Unterhaltszahlungen von umgerechnet knapp 800 Euro für 20 Jahre zu fordern. Der bis dahin hochgeachtete Geistliche legte seine safranfarbene Robe ab und flüchtete ins benachbarte Laos.

Nach Angaben der Behörden erhielt die Erpresserin in den vergangenen drei Jahren insgesamt 385 Millionen Baht – mehr als zehn Millionen Euro. Der Großteil stammte vermutlich aus Tempelkassen. Prasong Chalermpan, Leiter der Antikorruptionsabteilung der Polizei, erklärte jedoch, die Frau habe fast den gesamten Betrag in Online-Kasinos verspielt. Auf ihrem Konto seien nur noch umgerechnet 210 Euro verblieben.

Konsequenzen folgen

Die Festgenommene steht im Zentrum der Ermittlungen. Ihr Leben und ihre kriminellen Aktivitäten werden akribisch untersucht. Die gesellschaftliche Empörung richtet sich jedoch primär gegen die beteiligten Mönche.

„Sie predigen. Sie verurteilen andere. Sie demonstrieren moralische Überlegenheit. Doch sie tun genau das Gegenteil“, kritisierte die „Bangkok Post“. Die Geistlichen sollten ihre Motivation für den Klostereintritt hinterfragen: „War es für spirituelles Training oder um die soziale Leiter zu erklimmen und durch die safranfarbene Robe Reichtum und Macht zu erlangen?“

Thailand beherbergt über 40.000 buddhistische Tempel. Hochrangige Mönche erhalten ein staatliches Monatsgehalt (Nittayaphat), dessen Höhe zwischen etwa 65 und 900 Euro variiert, abhängig von Dienstalter und Klosterrang. Zusätzlich spenden die gläubigen Thailänder jährlich Milliarden Euro an die Tempel. Die Verwendung dieser Mittel bleibt aufgrund mangelhafter Buchführung weitgehend intransparent.

Inzwischen hat auch König Maha Vajiralongkorn auf den Skandal reagiert. Er kündigte an, anlässlich seines Geburtstags am 28. Juli keine neuen monastischen Titel zu verleihen und 81 bereits vergebene Titel zu widerrufen.

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KO KOSMO-Redaktion
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