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CORONAVIRUS

Fledermaus doch nicht Ursprung? WHO-Chef fordert Prüfung von Laborunfall-These

(FOTOS: iStockphotos)

Nach der Veröffentlichung des Expertenberichts zu den Ursprüngen des Coronavirus hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert, die Hypothese eines Laborunfalls in Wuhan weiter zu prüfen.

Im Jänner diesen Jahres hatten internationale Experten begonnen im chinesischen Wuhan nach den Ursprüngen der Corona-Pandemie zu suchen. Am Dienstag wurden die Ergebnisse des Berichts veröffentlicht. Demnach sei es „sehr wahrscheinlich“, dass das neuartige Coronavirus von einer Fledermaus auf ein anderes Tier und dann auf den Menschen übertragen wurde. Dass das Virus aus einem Labor stamme, stuften die Experten hingegen als „extrem unwahrscheinlich“ ein. Daher hätten sie diese Spur nicht weiter verfolgt. Die Möglichkeit einer absichtlichen Freisetzung von Sars-CoV-2 wurde ohnehin nicht untersucht. Doch der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus scheint damit noch nicht zufrieden zu sein. Er forderte daher die Hypothese eines Laborunfalls in Wuhan weiter zu prüfen.

Zu der These eines Laborunfalls seien noch weitere Untersuchungen nötig, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Denkbar seien „zusätzliche Missionen mit spezialisierten Experten, zu deren Entsendung ich bereit bin“, sagte er bei einem Briefing der WHO-Mitgliedstaaten. Zugleich warf er China mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. Auch die USA und 13 weitere Staaten äußerten ihre Besorgnis darüber, dass den Experten der Zugang zu Daten verwehrt worden sei.

„Schwierigkeiten beim Zugang zu Rohdaten“
Der WHO-Chef übte in seinem Briefing auch Kritik an China. Die internationalen Experten seien vor Ort auf „Schwierigkeiten beim Zugang zu Rohdaten“ gestoßen. Auch die USA und 13 weitere Staaten äußerten Bedenken. Die Mission sei „erheblich verzögert“ worden und den Experten sei „der Zugang zu vollständigen, originalen Daten und Proben“ verwehrt geblieben, erklärten die 14 Länder, unter ihnen Australien, Großbritannien, Japan und Kanada, in einer gemeinsamen Stellungnahme. In der Zukunft erwarte sich der WHO-Chef daher „gemeinschaftliche Studien, um rechtzeitiger und umfassender Daten zu teilen“.

Fledermaustheorie „ sehr wahrscheinlich“
In ihrem Abschlussbericht stuften die WHO-Experten die These als „wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich“ ein, dass das Coronavirus von der Fledermaus über ein Zwischenwirt-Tier auf den Menschen überging. Eine direkte Übertragung auf den Menschen bezeichneten die Autoren des Berichts als „möglich bis wahrscheinlich“. Die bevorzugte These Pekings, dass die Übertragung auf den Menschen über tiefgekühltes Fleisch erfolgte, halten die Experten für „möglich“.

Die EU bezeichnete den WHO-Bericht als „hilfreichen ersten Schritt“. Es seien aber weitere Untersuchungen zum Ursprung des Erregers nötig und zur Frage, wie das Virus auf den Menschen übertragen wurde.

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