Start Infotainment Lifestyle
REZEPT

Hanuma kocht: Meza – Fingerfood nach Balkanart

(FOTO: Hanuma kocht)

Foodbloggerin Elma Pandžić verzückt ihre Follower in ihrem zweisprachigen Blog “Hanuma kocht” regelmäßig mit Rezepten aus ihren beiden Heimaten – Österreich und Bosnien-Herzegowina.

Der Winter steht vor der Tür und damit die Hauptsaison für Meza. Wenn zu eurem Familien- oder Freundeskreis Menschen vom Balkan zählen, solltet ihr diesen Begriff zumindest einmal gehört haben. Idealerweise wisst ihr sogar, wie man sie zubereitet. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Balkan-Küche und ist überall sehr beliebt. Darum widmet Hanuma ihr neues Video der Zubereitung eines traditionellen Meza und gibt euch auch ein paar Hintergrundinfos dazu.

Das Wort Mezze stammt aus dem Persischen und steht für „Geschmack“ oder „Imbiss“. Unter Mezze/Meza versteht man die Art des Servierens von Vorspeisen, insbesondere in den Ländern des Nahen Ostens und am Balkan. Die Meza hat zahlreiche Funktionen und wird in jedem Land anders zubereitet. In der arabischen Küche kommen Zutaten wie Kichererbsen, Tahin, Joghurt, Auberginen und Oliven zum Einsatz.

In den Balkanländern versteht man darunter eher eine Art kaltes Buffet mit landesspezifischen Zutaten. In erster Linie dient diese Tradition der Geselligkeit. Sie wird daher vor allem Gästen serviert. Wenn ihr am Balkan zu Besuch seid und ihr bekommt: „navratite na kafu pa ćemo nešto da zamezimo“ zu hören, dann werdet ihr damit nicht einfach auf einen Kaffee eingeladen, sondern auch auf eine „kalte Platte“, die es in sich hat.

Meza wird zudem zu Hochzeiten, Geburten und religiösen Anlässen angeboten. Wenn die Gäste des Bräutigams die Braut abholen, dann bereitet die Familie der Braut den Gästen im Hof meist Tische und Stühle vor, damit sie sich ausruhen und eine Meza genießen können, bevor der Spaß weitergeht. Es gibt also keine Feierlichkeit am Balkan ohne diese Art des Genießens. In meiner Kindheit war es üblich den Gästen nach dem obligatorischen Kaffee Meza zu servieren. Diese besteht aus einigen Grundzutaten wie z.B Uštipci (Krapfen) oder/und Brotsorten wie Weißbrot und Pogača.

Hinzu kommen immer Trockenfleischprodukten wie Pastrma und Sudžuk (eventuell auch verschiedenen Salami und Schinkensorten) und geräucherter oder milder Schnittkäse, wie er in Bosnien üblich ist. Nach Wunsch peppt man das Ganze mit sauren Salaten wie sauren Paprika mit und ohne Käsefüllung und Sauerkraut auf. Wer mag fügt Tomaten, Oliven und andere Gemüsesorten hinzu und fertig ist die bunte, reichhaltige, kalte Platte. Jede Familie bereitet sie anders zu und abhängig davon, was gerade zuhause lagernd ist. Sie dient in erster Linie als „Appetitanreger“.

Danach bekommen jedoch viele keinen Bissen mehr herunter, aber das kennen wir ja vom Balkan. Essen hat bei uns einfach hohe Priorität. Da spielt es eine große Rolle, wie es angerichtet wird und vor allem, dass genügend davon vorhanden ist. Ein No-Go ist es nämlich wenn die Gäste hungrig nachhause gehen, egal wie schön das Essen angerichtet war. Schlussendlich zählt die Quantität!

Diese Zutaten sind optional. Trockenfleischprodukte und Käse sind aber Pflicht. Sonst ist es keine Balkan-Meza!

  • Uštipci/Krapfen (Ein Rezept dazu findet ihr oben auf der Seite im ersten Video: “Hanuma kocht Uštipci – Bosnische Frühstückskrapfen”)
  • Rauchfleisch/Trockenfleisch/Pastrma
  • Sudžuk (würzige Wurst aus Rind,- Lamm,- oder Kalbfleisch in verschiedenen Versionen)
  • Ajvar (scharf und mild)
  • Kajmak, alternativ Frischkäse
  • Dimko (geräucherter Käse)
  • Emmentaler
  • Türkischer Weichkäse oder Feta
  • Saure Paprika mit Kraut
  • Salami und Schinken: Kalbspariser, Schwarze Pute und Putenschinken
  • Hart gekochte Eier
  • Tomaten
  • Oliven
  • Pfefferoni

Und fertig ist die perfekte Balkanplatte: Mahlzeit!

Wie finden Sie den Artikel?