160 Millionen Euro Verlust in fünf Jahren – Hervis zieht nun die Reißleine und schrumpft sich gesund.
Der österreichische Sporthändler Hervis steht vor einem tiefgreifenden Umbau: Das Unternehmen plant, sein Filialnetz auf etwas mehr als 50 Standorte zu reduzieren, um die erheblichen finanziellen Verluste der vergangenen Jahre aufzufangen. Zwischen 2020 und 2024 summierten sich die Einbußen auf rund 160 Millionen Euro. Mit dem Rückzug von Spar als bisherigem Eigentümer und dem Einstieg neuer Investoren soll das Unternehmen aus der Verlustzone geführt werden – wann genau Hervis wieder schwarze Zahlen schreiben wird, bleibt derzeit offen.
Geplante Schließungen
Im Zuge des Restrukturierungsprozesses wurden bereits mehrere Standorte aufgegeben, darunter jener im Salzburger SAM Outlet sowie die Filiale in Baden bei Wien. Hervis hatte in Österreich aktuell 93 Standorte; im Laufe des Jahres 2026 sollen 17 davon geschlossen werden. Weitere Schließungen betreffen unter anderem die Filiale im Wiener Einkaufszentrum Q19 sowie Standorte in Reutte, Kitzbühel und Wels. Auch Filialen in Wien, Salzburg und Linz sind von den Maßnahmen betroffen.
Mit diesem Rückzug reagiert das Unternehmen auf ein Geschäftsmodell, das sich in der bisherigen Form als nicht tragfähig erwiesen hat. Hervis-Chef Markus Hupach lässt keinen Zweifel an der Ausgangslage: „Das alte Geschäftsmodell war defizitär und nicht nachhaltig.“
Gescheitertes Wachstum
Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren auf rasches Wachstum gesetzt und war dabei auch in kleinere Städte sowie den Online-Handel vorgedrungen – eine Strategie, die sich letztlich nicht auszahlte.
Wie es für die verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die noch offenen Standorte weitergeht, ist bislang ungeklärt. Von den Filialschließungen und dem damit verbundenen Stellenabbau sind in Österreich rund 100 Mitarbeiter betroffen; etwa 45 Stellen entfallen in der Zentrale und rund 55 in den Filialen.