Am Freitag gehen in sieben österreichischen Städten Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße.
Die Bewegung „Fridays for Future“ hat für den 16. Oktober zu einem österreichweiten Aktionstag aufgerufen. Neben Wien und Graz sind auch in Salzburg, Linz, Innsbruck, Bregenz und Klagenfurt Demonstrationen geplant. Besonders am Nachmittag müssen Autofahrer mit Staus, Straßensperren und Umleitungen rechnen.
Die Klimabewegung fordert mehr Investitionen in den öffentlichen Verkehr und wendet sich gegen klimaschädliche Großprojekte. Im Mittelpunkt steht unter anderem der geplante Ausbau der A9 bei Graz. Unterstützt wird die Forderung nach Angaben der Organisatoren von 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die einen offenen Brief an Verkehrsminister Peter Hanke unterzeichnet haben. Darin fordern sie, die vorgesehenen 120 Millionen Euro für den Straßenausbau stattdessen in Schienenprojekte zu investieren.
Wien: 4.000 Teilnehmer erwartet
In Wien versammeln sich die Demonstrierenden ab 14 Uhr im Bereich der Prater Hauptallee bei der Kreuzung mit dem Praterstern. Der Protestzug soll gegen 15 Uhr starten. Laut Anmeldung werden rund 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Das Ende der Demonstration ist gegen 17 Uhr beim Maria-Theresien-Platz vorgesehen.
Die Route führt vom Praterstern über die Praterstraße, die Aspernbrückengasse und die Aspernbrücke zum Julius-Raab-Platz. Anschließend geht es über die Ringstraße bis zum Maria-Theresien-Platz. Entlang der Strecke kann die Polizei vorübergehende Sperren und Umleitungen einrichten.
Mit Staus wird insbesondere am Praterstern, auf der Praterstraße, der Franzensbrückenstraße und der Franzensbrücke gerechnet. Auch die Schüttelstraße, die Untere und Obere Donaustraße, die Dampfschiffstraße, der Franz-Josefs-Kai und die Ringstraße können betroffen sein. Weitere mögliche Staupunkte sind die Lothringerstraße, der Schwarzenbergplatz, der Karlsplatz, die Zweierlinie sowie Zufahrten in die Innenstadt, darunter der Rennweg und die Prinz-Eugen-Straße.
Auch bei den Wiener Linien sind Einschränkungen möglich. Betroffen sind die Straßenbahnlinien D, O, 1, 2, 5 und 71 sowie die Buslinien 5A, 5B, 74A und 80A. Es kann zu Umleitungen und verkürzten Strecken kommen. Der ÖAMTC empfiehlt, für Fahrten in die Innenstadt auf die U-Bahn auszuweichen oder das Gebiet großräumig zu umfahren.
Graz: Fahrraddemo gegen A9-Ausbau
Auch in Graz ist am Nachmittag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Die Teilnehmenden versammeln sich gegen 15.30 Uhr am Europaplatz. Die Fahrraddemonstration startet um etwa 16.45 Uhr und führt über den Bahnhofgürtel, den Eggenberger Gürtel, den Lazarettgürtel und die Triester Straße in Richtung Puntigam. Anschließend geht es über den Weblinger Gürtel zum Verteilerkreis Webling.
Die ursprünglich angekündigte Route über die Pyhrn Autobahn (A9) wurde geändert. Die Fahrraddemonstration führt nicht über die Autobahn. Der Bereich des Verteilerkreises Webling wird für die Demonstration vorübergehend gesperrt. Danach führt die Route über die Kärntner Straße, die Lazarettgasse, die Elisabethinergasse, die Volksgartenstraße, den Lendplatz und die Mariahilfer Straße zum Mariahilferplatz. Dort ist gegen 18.15 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant.
Die Polizei rechnet zwischen 17 und 18.15 Uhr entlang der Strecke mit Verkehrsanhaltungen und Verzögerungen. Auch öffentliche Verkehrsmittel können punktuell betroffen sein. Laut Veranstaltern werden rund 500 Personen erwartet. Mit dem Protest richtet sich die Klimabewegung gegen den geplanten Ausbau der A9 und fordert stattdessen mehr Investitionen in den öffentlichen Verkehr.
Salzburg: Klimabewegung kehrt zurück
In Salzburg geht „Fridays for Future“ nach längerer Pause wieder auf die Straße. Gleichzeitig soll die regionale Gruppe neu aufgestellt werden. Die letzte größere Demonstration der Bewegung in der Stadt hatte 2024 stattgefunden.
Der Demonstrationszug startet um 16 Uhr beim Hauptbahnhof und führt über den Mirabellplatz und die Staatsbrücke bis zum Residenzplatz. Die Veranstalter rechnen mit 500 bis 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Inhaltlich fordern die Organisatoren unter anderem bessere Wärmedämmung, einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien, eine Verkehrsstrategie für Salzburg und einen Stopp fossiler Großprojekte. An der Demonstration beteiligt sich auch die pro-palästinensische Gruppe „Voice for Palestine“.
Auch in Linz, Innsbruck und Klagenfurt wird demonstriert
In Linz beginnt die Demonstration um 16 Uhr am Pfarrplatz. Der Zug soll über die Pfarrgasse, den Graben und den Taubenmarkt führen. Vor dem Landhaus ist eine Abschlusskundgebung geplant.
In Innsbruck startet der Protest um 15.30 Uhr und endet am Landhausplatz. In Bregenz versammeln sich die Teilnehmenden um 16 Uhr am Kornmarktplatz. Eine genaue Route war zunächst nicht bekannt.
Auch in Klagenfurt müssen sich Verkehrsteilnehmer auf Einschränkungen einstellen. Der Demonstrationszug startet um 14 Uhr am Neuen Platz und führt über die Wiesbadener Straße, die Renngasse, den Fleischmarkt und die Bahnhofstraße zur Landesregierung. Nach einer Zwischenkundgebung geht es über den Viktringer Ring, den Völkermarkter Ring, den St. Veiter Ring und weitere Straßen zurück zum Neuen Platz. Das Ende ist gegen 17 Uhr geplant.
Autofahrer sollten mehr Zeit einplanen
Wer am Freitagnachmittag in einer der betroffenen Städte unterwegs ist, sollte sich vor der Abfahrt über die aktuelle Verkehrslage informieren und zusätzliche Fahrzeit einplanen. Besonders in Wien und Graz können die Demonstrationen zu erheblichen Verzögerungen führen. Wenn möglich, sollten die betroffenen Bereiche großräumig umfahren oder öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden.