Matratze statt Ministerposten: Karin Kneissls neues Leben in Russland begann unter Bedingungen, die kaum jemand erwartet hätte.
Karin Kneissl, die ehemalige österreichische Außenministerin, hat in einem Interview offen über eine schwierige Phase nach ihrer Auswanderung nach Russland gesprochen. Demnach war sie nach ihrer Übersiedlung vorübergehend obdachlos.
Obdachlos in Russland
Im Sommer 2023 brach Kneissl mit einem Mietwagen, zwei Koffern und zwei Hunden nach Russland auf und ließ sich in einem Dorf nahe Kasimow nieder. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits an der Universität Sankt Petersburg beschäftigt war, verbrachte sie eine Zeit lang auf der Straße – auf einer Matratze schlafend. Diese Wochen habe sie nur dank ihrer Hunde durchgehalten, erklärte sie gegenüber dem russischen Portal 360.ru: „Als ich überlebt habe auf der Straße, als ich auf einer Matratze direkt auf der Straße geschlafen habe, habe ich das nur dank meinen Hunden durchgestanden.“
Seit 2024 hat Kneissl in der Oblast Rjasan ein festes Zuhause gefunden. Dort lebt sie gemeinsam mit ihren Hunden, Hühnern, Ponys sowie einem Pfau namens „Salvatore Ferragamo“. In ihren neuen Räumlichkeiten hängt ein Bild von Präsident Wladimir Putin. Für die Zukunft formuliert sie einen schlichten Anspruch an sich selbst: Sie wolle einen „klaren Verstand bewahren und nett sein. Aber nicht zu sehr.“
Kneissls Werdegang
Kneissl war von 2017 bis 2019 als von der FPÖ nominierte Außenministerin tätig. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie 2018, als sie Putin zu ihrer Hochzeit einlud. Nach eigenen Angaben sah sie sich in Österreich mit Morddrohungen und einem faktischen Arbeitsverbot konfrontiert, woraufhin sie das Land verließ und zunächst in Frankreich sowie im Libanon lebte.
Heute leitet sie in Russland den Thinktank „Gorki-Zentrum“.