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DEBATTE

Kroatien sucht alternative Orte für Bleiburg-Feier

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(Foto: zVg.)

Nachdem in Österreich immer mehr Initiativen ein Verbot des umstrittenen Bleiburg-Gedenkens fordern, wird in Kroatien scheinbar nach alternativen Orten für die Feierlichkeiten gesucht.

Dies berichtet nun auch die österreichische Tageszeitung „Der Standard“: „In Kroatien wird darüber nachgedacht, wie man der Verbrechen der Jugoslawischen Armee 1945 gedenken kann, falls die Veranstaltung in Bleiburg künftig nicht mehr stattfindet“. Nach jahrelangen Debatten und Streitigkeiten soll die Bleiburg-Gedenkfeier nun endgültig nicht mehr in Österreich stattfinden: Grüne, SPÖ, ÖVP und NEOS haben sich dafür ausgesprochen, dass Treffen in Zukunft zu verhindern.

Interdisziplinäre Gruppe im Innenministerium
Innenminister Karl Nehammer hat auch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Zukunft dieses Gedenkens mit den zerstrittenen Parteien zu verhandeln. Geplant waren für Mai eigentlich auch die „Bleiburger Dialogtage“, aber diese wurden durch die Covid-19-Pandemie verhindert.

Wie „Der Standard“ berichtet setzt sich der Historiker Vjeran Pavlaković von der Universität Rijeka dafür ein, dass die Gedenkfeier in Zukunft in Tezno in der Nähe von Maribor (Slowenien) stattfindet. Beim Bau einer Autobahn 1999 wurde dort ein Massengrab entdeckt, in dem Skelette von 1179 Personen lagen. Größtenteils handelte es sich um Armeeangehörige der faschistischen Ustaša.