Die digitale Goldgräberstimmung erreicht neue Höhen: Der Bitcoin knackt die 124.000-Dollar-Marke – und ausgerechnet Donald Trump, einst scharfer Kritiker, treibt den Boom an.
Der Bitcoin-Kurs hat am Donnerstag einen historischen Meilenstein erreicht und erstmals die Marke von 124.000 Dollar durchbrochen. Verschiedene Marktberichte bestätigen den Höchststand bei über 124.400 Dollar, bevor der Kurs kurzfristig wieder auf rund 121.700 Dollar zurückzog. Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung gilt die überraschende Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump, der sich mittlerweile zum entschiedenen Befürworter digitaler Währungen gewandelt hat.
Das neue Allzeithoch katapultiert Bitcoin in eine neue Liga: Mit einer Marktkapitalisierung von rund 2,4 Billionen Dollar ist die Kryptowährung nun der fünftgrößte Vermögenswert weltweit und überholte sogar den Technologiekonzern Alphabet. Neben Trumps politischem Kurswechsel treiben auch starke ETF-Zuflüsse, moderate US-Inflation und die Erwartung einer Zinssenkung der US-Notenbank im September die Nachfrage institutioneller Anleger an.
Trumps Haltung zu Kryptowährungen hat sich fundamental verändert. Während seiner ersten Präsidentschaft bezeichnete er Bitcoin noch als betrügerisches System. Heute positioniert er sich als Verfechter einer stärkeren Integration von Kryptowährungen in das bestehende Finanzsystem und plant sogar die Einrichtung einer staatlichen Bitcoin-Reserve. Die Familie Trump investiert selbst erhebliche Summen in digitale Währungen, was einerseits das Vertrauen vieler Anleger stärkt, andererseits dem Trump-Clan zusätzliche Einnahmen sichert.
Kritische Stimmen werfen der Familie Interessenkonflikte vor und sehen in der aktuellen Kursentwicklung Anzeichen einer spekulativen Überhitzung.
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Bitcoins Ursprung
Die Entstehungsgeschichte des Bitcoin reicht zurück bis zum 31. Oktober 2008, als ein unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlichtes Dokument die Grundlagen dieser Kryptowährung skizzierte – zeitlich passend zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers, der das globale Finanzsystem erschütterte. Die wahre Identität hinter dem Namen Nakamoto bleibt bis heute ungeklärt. Das Konzept zielte darauf ab, eine von staatlichen Institutionen und Zentralbanken unabhängige Währung zu schaffen.
Im Gegensatz zu konventionellen Währungssystemen verzichtet Bitcoin auf zentrale Kontrollinstanzen – sowohl bei der Verwaltung als auch bei der Transaktionsverarbeitung.
Die Transparenz aller Transaktionen wird durch ein kollektiv geführtes, öffentlich einsehbares Verzeichnis gewährleistet. Dieses digitale Hauptbuch dokumentiert sämtliche Überweisungen in verschlüsselter Form – daher der Begriff Kryptowährung. Die zugrundeliegende Technologie wird als Blockchain (dezentrale Datenbank) bezeichnet. Mit wachsender Anzahl an Transaktionen steigt der erforderliche Rechenaufwand zur Aufrechterhaltung des Systems. Wer diese komplexen und energieintensiven Berechnungen durchführt, erhält als Vergütung neue Bitcoins.
Dieser als „Mining“ (Bitcoin-Schürfung) bekannte Prozess ist der Entstehungsmechanismus für neue Einheiten der digitalen Währung.
Mining-Prozess
Der Schürfprozess erfordert mittlerweile industrielle Rechenzentren mit enormem Energieverbrauch. Professionelle Miner betreiben ihre Anlagen vorwiegend in Regionen mit niedrigen Stromkosten und nutzen spezialisierte Hardware. Für Einzelpersonen ist das Mining kaum noch rentabel – sie erwerben Bitcoins stattdessen über spezialisierte Handelsplattformen.
Das Konzept von Satoshi Nakamoto begrenzt die maximale Anzahl auf etwa 21 Millionen Bitcoins, wovon bereits ein Großteil generiert wurde. Um die Inflationsrate zu kontrollieren, findet etwa alle vier Jahre das sogenannte Halving (Halbierung der Mining-Belohnung) statt, bei dem die Belohnung für Miner halbiert wird, was die Entstehungsrate neuer Bitcoins verlangsamt. Das jüngste Halving erfolgte 2024.
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Die ursprüngliche Vision eines alternativen Finanzsystems hat sich in der Praxis gewandelt. Die meisten Bitcoin-Besitzer nutzen die Kryptowährung primär als Spekulationsobjekt oder Wertaufbewahrungsmittel. Kritiker verweisen auf die extreme Volatilität und warnen vor einer möglichen Marktüberhitzung. Zudem wird die Kryptowährung häufig für illegale Aktivitäten wie Geldwäsche oder Erpressungssoftware missbraucht.
Bitcoin dominiert den Kryptomarkt als bekannteste und wertvollste digitale Währung. Daneben existieren alternative Kryptowährungen wie Ethereum oder Solana mit vergleichbaren Funktionsprinzipien.
Eine Sonderkategorie bilden die sogenannten Meme-Coins (spaßbasierte Kryptowährungen), deren Wertentwicklung hauptsächlich durch kurzlebige Internet-Trends getrieben wird und oft raschen Schwankungen unterliegt.