Eine Stadt erinnert sich: Gradiška, einst „Klein-Belgrad“, erweckt sein historisches Herz mit einem mutigen Restaurierungsprojekt zum Leben.
Die Altstadt von Gradiška, einst als „Klein-Belgrad“ bekannt, soll in neuem Glanz erstrahlen. Die Stadt, die im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert als bedeutendes serbisches Kulturzentrum galt, begibt sich auf einen ambitionierten Weg der kulturellen Rückbesinnung – mit einer umfassenden Restaurierung ihres historischen Kerns.
Historische Wurzeln
Der Ausgangspunkt dieser städtischen Identität liegt im Kirchhof des Tempels Mariä Schutz, der 1866 erbaut wurde und um den sich die Serbische Altstadt zu formieren begann. Stadtmanager Bojan Vujinovc verwies auf die symbolische Bedeutung dieses Ortes: „Wir befinden uns im Kirchhof des Tempels Mariä Schutz, einer Kirche, die vor einigen Jahren ihren vollen Glanz zurückerhalten hat.“ 1887 folgte die Errichtung der Serbischen Grundschule – ein weiterer Baustein im kulturellen Gefüge der Stadt.
Eine entscheidende Zäsur brachte das Jahr 1892, als Metropolit Georgije Nikolajevc ein Vermächtnis von 9.000 Forint hinterließ. Vujinovc dazu: „Bereits im darauffolgenden Jahr wurde die prächtige Stiftung des Metropoliten Georgije Nikolajevc errichtet.“
Behutsame Rekonstruktion
Die nun geplante Rekonstruktion soll das historische Erbe nicht überformen, sondern behutsam sichern. Mehr als 60 bis 70 Prozent der originalen Fassaden sind nach wie vor erhalten – eine Grundlage, auf der das Projekt aufbaut.
Ergänzt werden soll das Ensemble durch multimediale Installationen, die die Geschichte der Stadt erfahrbar machen. „Nach dem Bau der Fußgängerzone und der Renovierung der Fassaden ist die Einführung multimedialer Inhalte geplant“, erklärte Vujinovc. Als symbolischer Abschluss eines ersten Abschnitts ist für den 15. September die feierliche Eröffnung eines Platzes zu Ehren von Metropolit Nikolajevc vorgesehen.