Eine auffällige invasive Fischart wird in der Adria immer häufiger: Bei einer neuen Untersuchung rund um Korčula wurde die giftige Feuerfisch-Art an fast allen untersuchten Standorten entdeckt.
Forscher und Taucher beobachten rund um die kroatische Insel Korčula zunehmend den sogenannten Feuerfisch beziehungsweise Rotfeuerfisch Pterois miles. Im Rahmen des Projekts „Di si, lave?“ wurde nun erstmals systematischer untersucht, wie stark die invasive Art rund um die Insel bereits verbreitet ist.
Das Ergebnis ist bemerkenswert: Die Feuerfische wurden an fast allen untersuchten Standorten nachgewiesen. An einer Stelle fanden die Taucher sogar zwei Exemplare unmittelbar nebeneinander. Nach Angaben des Tauchclubs Puntar könnte dies darauf hindeuten, dass dort besonders günstige Bedingungen für Überleben, Wachstum und Fortpflanzung herrschen.
Seit Jahren auf dem Vormarsch
Pterois miles stammt ursprünglich aus dem Indischen Ozean und breitet sich seit Jahren im Mittelmeer aus. Seit 2021 wird die Art auch in der Adria dokumentiert. Steigende Meerestemperaturen schaffen zunehmend günstigere Bedingungen für ihr Überleben und ihre weitere Verbreitung.
Dass es sich längst nicht mehr nur um vereinzelte Funde handelt, zeigen auch wissenschaftliche Untersuchungen: Zwischen Juni 2024 und Jänner 2025 wurden entlang der kroatischen Küste bereits 122 bestätigte Sichtungen registriert. Forscher des Instituts für Ozeanographie und Fischerei sprechen von einer sehr schnellen Ausbreitung in der östlichen Adria.
Giftige Stacheln
Der Feuerfisch ist wegen seiner markanten Streifen und großen fächerartigen Flossen leicht zu erkennen. An seinen langen Stacheln befindet sich Gift. Wer einem Tier beim Schwimmen oder Tauchen begegnet, sollte es deshalb nicht berühren.
Eine unmittelbare Gefahr für Badegäste geht von den Tieren normalerweise nicht aus, solange sie nicht angefasst oder versehentlich aufgespießt werden. Problematischer ist die Art für das Ökosystem: Der Feuerfisch ist ein effektiver Räuber, der verschiedene kleinere Fische und Krebstiere frisst.
Eine starke Vermehrung könnte dadurch die Bestände heimischer Arten verändern und langfristig auch Folgen für die lokale Fischerei haben. Wissenschaftler sehen deshalb vor allem im ökologischen Einfluss der invasiven Art das große Problem.
Weitere Beobachtung geplant
Die auf Korčula gesammelten Daten sollen nun kartografisch ausgewertet werden. Dadurch wollen die Forscher künftig genauer verfolgen, in welche Gebiete sich der Feuerfisch weiter ausbreitet.
Gleichzeitig werden lokale Taucher und Bewohner darüber informiert, wie die Art erkannt wird und wie man sich bei einem Fund verhalten sollte. Für Badegäste gilt vor allem eine einfache Regel: beobachten ja – anfassen nein.