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Brandstiftung

Ministerssohn unter Verdacht: Steckt ein Drogenboss hinter dem Fabrikbrand?

Ministerssohn unter Verdacht: Steckt ein Drogenboss hinter dem Fabrikbrand?
(FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Ein mutmaßlicher Drogenboss, ein Ministerssohn und eine brennende Fabrik – die Ermittlungen fördern brisante Verbindungen zutage.

Der minderjährige Sohn von Kenan Magoda, Minister für Kultur und Sport des Kantons Sarajevo, ist am Samstagabend festgenommen worden. Er steht im Verdacht, an der Brandstiftung in der Yachtfabrik Derubis in Vitez beteiligt gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft beantragt.

Den bisherigen Ermittlungsergebnissen zufolge wurden insgesamt vier Personen festgenommen, darunter zwei Minderjährige – einer von ihnen ist der Sohn des SDP-Ministers. Der mutmaßliche Auftraggeber der Tat, Almedin Cato, ist nach wie vor auf freiem Fuß.

Brand in Vitez

Der Brand in der Fabrik war in der Nacht auf den 21. August gelegt worden. Wie das Innenministerium des Mittelbosnischen Kantons damals mitteilte, ging um 3.30 Uhr ein Anruf einer unbekannten Person bei der Polizeistation Vitez ein, die einen Brand im Gebäude der Firma Derubis in der Lašvanska-Straße meldete. Beamte begaben sich umgehend zum Tatort und bestätigten die Angaben.

Die Freiwillige Feuerwehr Vitez konnte das Feuer noch in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle bringen. Es entstand erheblicher Sachschaden. Der diensthabende Staatsanwalt der Kantonsstaatsanwaltschaft Travnik wurde informiert und ermächtigte die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Travnik zur Tatortuntersuchung sowie zur Durchführung weiterer Ermittlungsmaßnahmen.

Im Zuge der Untersuchungen konnten die Ermittler vier Personen identifizieren, die aus Sarajevo nach Vitez gereist waren und verdächtigt werden, den Brand gelegt zu haben. Sie benutzten dabei ein Fahrzeug mit niederländischen Kennzeichen – allerdings nicht das des eigentlichen Halters, sondern eines von Edvin Muftic aus Sarajevo, der ebenfalls festgenommen wurde. Neben Muftic und dem Sohn des Ministers wurden Adnan Zilic sowie der Minderjährige A. C. in Gewahrsam genommen.

Mutmaßlicher Drogenboss

Einem der Festgenommenen zufolge, der gegenüber der Polizei ein Geständnis abgelegt haben soll, wurden sie von Almedin Cato angeheuert. Die Ermittler beschreiben Cato als einen in Sarajevo bekannten Drogenboss. Er ist den Behörden bereits seit Jahren ein Begriff: 2022 wurde er im Rahmen einer gemeinsamen Aktion der Föderalen Polizeidirektion und des Innenministeriums der Republika Srpska gegen Drogengruppen festgenommen.

Damals galt er als Anführer einer kriminellen Vereinigung, der vorgeworfen wurde, über einen längeren Zeitraum Drogen in Sarajevo, im Kanton Zenica-Doboj, im Kanton Bosnisches Podrinje sowie in Ost-Sarajevo beschafft und verkauft zu haben. Cato betreibt den Gastronomiebetrieb Prego im Sarajevoer Stadtteil Dobrinja und besitzt darüber hinaus Immobilien in Ost-Sarajevo. Den Ermittlern zufolge arbeitet er eng mit Anel Sejfovic zusammen, der ebenfalls wegen des Verdachts auf Drogenhandel in Erscheinung getreten ist. Aus Sicherheitskreisen heißt es, Cato sei dafür bekannt, gezielt Minderjährige für die übelsten Aufgaben im kriminellen Milieu einzusetzen.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft des Mittelbosnischen Kantons, Meliha Mesan, bestätigte gegenüber „Avaz“, dass zwei der Festgenommenen gemäß Artikel 66 des Gesetzes über das Verfahren mit Kindern und Minderjährigen der Staatsanwaltschaft des Kantons Sarajevo übergeben wurden, da aufgrund ihres Wohnsitzes die dortige Behörde zuständig sei. Die beiden anderen – E. M. (Jahrgang 1993) und A. Z. (Jahrgang 2001) – fallen in die Zuständigkeit der Kantonsstaatsanwaltschaft des Mittelbosnischen Kantons. Sie wurden der Staatsanwaltschaft vorgeführt, und es wurde Untersuchungshaft beantragt. Als Haftgründe nannte Mesan die Punkte b und c – konkret die Befürchtung, dass die Verdächtigen Beweise verbergen, verändern oder fälschen könnten, sowie die Gefahr der Tatwiederholung.

Zur rechtlichen Einordnung erläuterte Mesan: „Die Straftaten, deren die Verdächtigen beschuldigt werden, sind die Herbeiführung einer allgemeinen Gefahr gemäß Artikel 323 in Verbindung mit Artikel 31, in Tateinheit mit der Beschädigung fremder Sachen gemäß Artikel 293 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs, in Verbindung mit den Artikeln 31 und 32. Das ist die rechtliche Qualifikation in dieser Verfahrensphase – sie kann sich im weiteren Verlauf noch ändern.“

Die Miteigentümerin des betroffenen Unternehmens, Lejla Kraljevic, hatte gegenüber „Avaz“ bereits kurz nach dem Vorfall keinen Zweifel daran gelassen, dass es sich um Brandstiftung handelt. Der Brand sei definitiv gelegt worden, betonte sie. In den Wohnwagen, die im Hof der Fabrik standen, seien weder Gasanlagen noch ähnliche Installationen verbaut, die ein Feuer hätten auslösen können – und diese Fahrzeuge gehörten ohnehin nicht dem Unternehmen, sondern einem Vermieter.

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KO KOSMO-Redaktion
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