Rauchen wird in Deutschland bald deutlich teurer und die Tabakindustrie zweifelt laut an den Plänen der Bundesregierung.
Ab 2027 werden Raucher in Deutschland deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Bundestag hat eine stufenweise Anhebung der Tabaksteuer verabschiedet, die bis zum Jahr 2030 zu erheblichen Preisanstiegen bei Zigaretten und anderen Tabakprodukten führen wird. Erklärtes Ziel der Maßnahme ist es, die staatlichen Einnahmen zu erhöhen und zugleich den Tabakkonsum zurückzudrängen.
Steigende Preise
Von der Steuererhöhung betroffen sind Zigaretten, Zigarillos, Zigarren sowie Feinschnitt-Tabak – und zwar schrittweise ab 2027. Für eine durchschnittliche Packung mit 20 Zigaretten könnten Konsumenten bis 2030 bis zu 14 Euro zahlen, was gegenüber dem Sommer 2026 einem Aufschlag von rund 3,75 Euro entspricht. Auch der Markt für E-Zigaretten bleibt nicht verschont: Der Steuersatz pro Milliliter Liquid steigt bis 2030 von 38 auf 44 Cent.
Derzeit liegt der durchschnittliche Preis einer Zigarettenpackung bei 8,05 Euro. Ab 2027 klettert er auf 9,10 Euro, bis 2030 dann auf 11,78 Euro. Für Raucher, die täglich eine Packung konsumieren, bedeutet das Mehrausgaben von rund 1.360 Euro pro Jahr. Selbstgedrehte Zigaretten sind ebenfalls betroffen: Der Preis für Feinschnitt-Tabak soll bis 2030 auf über 12 Euro steigen.
Industrie skeptisch
Die Bundesregierung rechnet durch die Steuererhöhung mit jährlichen Mehreinnahmen von bis zu 4,5 Milliarden Euro bis 2030. In der Tabakindustrie stößt diese Prognose jedoch auf erhebliche Skepsis. Michael von Foerster bezeichnet die Erwartungen als „Hoffnungsposten Mehreinnahmen“, Jan Mücke spricht gar von „völlig unrealistischen Luftschlössern“.