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Versorgungsmeilenstein

Psycho-Hilfe auf Knopfdruck: So kommst du an kostenlose Therapieplätze!

Psycho-Hilfe auf Knopfdruck: So kommst du an kostenlose Therapieplätze!
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein Meilenstein für die psychische Gesundheit in Österreich: Die neue Plattform psyhelp.at vermittelt ab sofort kostenlose klinisch-psychologische Behandlungsplätze an Versicherte.

Ab sofort können Versicherte der ÖGK, SVS oder BVAEB über die neue Online-Plattform psyhelp.at einen kostenfreien klinisch-psychologischen Behandlungsplatz beantragen. Das Portal, das seit Montag in Betrieb ist, ermöglicht es Betroffenen aus allen Regionen Österreichs, sich in einem dreistufigen Verfahren zu registrieren und anschließend mit einem geeigneten Psychologen in Verbindung gebracht zu werden.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch äußerte sich BÖP-Präsidentin Beate Wimmer-Puchinger erfreut: „Heute ist ein wichtiger Start für die psychische Versorgung in Österreich. Nach 40 Jahren Bemühungen des Berufsverbands Österreichischer PsychologInnen (BÖP) ist es erstmals gelungen, dass wir innovativ, rasch, schnell, fair und qualitätsgesichert klinisch-psychologische Behandlung vermitteln können. Wir wollen für alle Menschen da sein, vor allem für jene, die sich sonst keine klinisch-psychologische Behandlung leisten können.“

Die Initiative stellt jährlich bis 2029 insgesamt 120.000 vollfinanzierte Behandlungseinheiten zur Verfügung. Die Vermittlung dieser Kassenplätze erfolgt ausschließlich über die digitale Plattform. Als Modell diente das seit 2022 laufende Projekt „Gesund aus der Krise“, das bereits erfolgreich kostenlose Therapieplätze für Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre vermittelt. Wimmer-Puchinger betonte: „Wir haben aus dem Beispiel von ,Gesund aus der Krise‘ gelernt – die Behandlung kommt dort an, wo sie benötigt wird. Die Wartezeiten konnten auf zehn Tage reduziert werden. Dieses Modell haben wir übernommen und darauf sind wir sehr stolz.“

Anmeldeprozess

Der Anmeldeprozess bei psyhelp beginnt mit einem Online-Formular. Zusätzlich wird eine ärztliche Bestätigung benötigt, die ausschließt, dass körperliche Erkrankungen die psychischen Beschwerden verursachen. Hilfesuchende füllen zudem einen Fragebogen zu ihren Symptomen aus und können persönliche Präferenzen für die Behandlung angeben – beispielsweise den Wunsch nach einer weiblichen Therapeutin.

Sobald ein passender Platz verfügbar ist, erhalten die Betroffenen per E-Mail die Kontaktdaten für ein Erstgespräch. Bei der Zuteilung werden sowohl die Dringlichkeit des Falls als auch die Nähe zum Wohnort berücksichtigt.

Qualitätssicherung

Psychologin Doris Malischnig unterstrich die Qualitätsstandards des Angebots: „Kassenleistung ist ein Zeichen für Qualitätssicherung. Wir sind sehr dankbar, dass wir über die Plattform mehr Menschen niederschwellig erreichen können. 500 Kolleginnen und Kollegen haben sich bereits akkreditiert.“ Für die Teilnahme müssen Psychologen ihre Qualifikationen für spezifische Störungsbilder nachweisen sowie Berufserfahrung und Fortbildungen belegen.

Obwohl bereits seit Jahresbeginn 2024 Zuschüsse beantragt werden konnten, vereinfacht die neue Plattform den Prozess erheblich. Die ersten Anmeldungen wurden bereits verzeichnet, und innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen sollen die ersten Behandlungstermine stattfinden.

Das Angebot richtet sich nicht nur an Menschen mit klassischen psychischen Erkrankungen wie Angst- oder Zwangsstörungen, sondern auch an Personen mit psychischen Belastungen infolge schwerer körperlicher Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder starkem Übergewicht.

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KO KOSMO-Redaktion
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