Ein 82-jähriger Wiener mit paranoider Schizophrenie geriet in einen folgenschweren Nachbarschaftsstreit. Nach einem eigentlich angenehmen Aufenthalt im Schutzhaus Rosental in Wien kehrte der Senior in seine Wohnung zurück, wo ihn der Anblick eines Lieferwagens vor dem Haus in Rage versetzte. Er war überzeugt, das Fahrzeug sei falsch geparkt.
Seine Beschwerden bei den beiden betroffenen Frauen blieben erfolglos, auch die herbeigerufene Polizei sah keinen Handlungsbedarf. In einem Moment der Verzweiflung griff der Pensionist zur Axt und bedrohte die Nachbarinnen, die sich in Sicherheit bringen konnten und umgehend die Einsatzkräfte alarmierten.
⇢ Tödlicher Lärmstreit: Sechs Liter Rotwein und ein Revolver
Deeskalation gelungen
Bei Eintreffen der WEGA-Beamten hielt der Senior die Axt noch immer in der Hand und näherte sich den Polizisten. Ein aufmerksamer Beamter erkannte jedoch die psychische Ausnahmesituation des Mannes und verzichtete auf den Einsatz der Dienstwaffe. Die Situation konnte ohne weitere Eskalation gelöst und der 82-Jährige widerstandslos festgenommen werden.
Tragische Biografie
Im Gerichtssaal schilderte der akademisch gebildete Mann – ein studierter Physiker und Mathematiker – seine Lebensgeschichte. Seine vielversprechende Karriere musste er aufgrund der psychischen Erkrankung frühzeitig aufgeben. Seit dem Tod seiner Frau vor zwölf Jahren lebt er allein.
Der psychiatrische Sachverständige sprach sich für eine medikamentöse Therapie und die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung aus – eine Empfehlung, der sowohl der Betroffene als auch die Staatsanwaltschaft zustimmten.
Die Richterin erklärte das Urteil für rechtskräftig.