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Energiedeal

Rekord-Gasvertrag in Krisenzeiten: Ägypten zahlt Israel Milliarden

Rekord-Gasvertrag in Krisenzeiten: Ägypten zahlt Israel Milliarden
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein Mega-Deal in Krisenzeiten: Ägypten und Israel schließen einen historischen Gasvertrag über 35 Milliarden Dollar, während beide Länder mit eigenen Herausforderungen kämpfen.

Ägypten hat mit Israel einen Gasliefervertrag im Rekordwert von 35 Milliarden Dollar unterzeichnet. Das Abkommen sieht vor, dass die Importe aus dem israelischen Offshore-Gasfeld Leviathan nahezu verdreifacht werden. Wie das israelische Energieunternehmen NewMed mitteilte, umfasst die Vereinbarung die Lieferung von insgesamt 130 Milliarden Kubikmetern Erdgas bis zum Jahr 2040 – der größte Exportdeal in der Geschichte Israels. Die Vereinbarung wurde am 7. August 2025 von den beteiligten Unternehmen und in offiziellen Statements beider Seiten öffentlich gemacht.

An der Erschließung des Leviathan-Feldes sind neben NewMed, das 45,34 Prozent der Anteile hält, auch das israelische Unternehmen Ratio sowie der US-Energieriese Chevron beteiligt.

Die neue Vereinbarung baut auf einem bestehenden Vertrag aus dem Jahr 2018 auf, der jährliche Lieferungen von 4,5 Milliarden Kubikmetern vorsieht. Dieser läuft Ende des Jahrzehnts aus, wobei Israel die Gaslieferungen seit Beginn der Offensive im Gaza-Streifen im Oktober 2023 mehrfach unterbrochen hatte.

Ägyptens Energiekrise

Der Vertragsabschluss erfolgt in einer Phase, in der Ägypten bereits das dritte Jahr in Folge mit sinkender heimischer Gasförderung zu kämpfen hat, während der Inlandsverbrauch kontinuierlich steigt. In den vergangenen beiden Sommern kam es während extremer Hitzewellen zu massiven Stromausfällen, die in der Bevölkerung für erheblichen Unmut sorgten.

Um die wachsende Energielücke zu schließen, hat die Regierung in Kairo die Einfuhr von Flüssigerdgas (LNG) deutlich hochgefahren. Die Ausgaben dafür könnten sich in diesem Jahr auf rund 19 Milliarden Dollar belaufen – verglichen mit 12 Milliarden im Vorjahr. Nach Angaben der Joint Organizations Data Initiative deckt Israel derzeit zwischen 15 und 20 Prozent des ägyptischen Gasbedarfs.

Infrastruktur-Herausforderungen

Die praktische Umsetzung des Abkommens ist allerdings an umfangreiche Infrastrukturprojekte geknüpft. Die erste Lieferphase mit 20 Milliarden Kubikmetern Gas, die Anfang 2026 beginnen soll, erfordert den Bau einer neuen Pipeline zum Leviathan-Reservoir sowie die Erweiterung der Leitungsverbindung zwischen den israelischen Küstenstädten Aschdod und Aschkelon. Dieses Projekt liegt aufgrund der israelischen Militäroperation in Gaza derzeit auf Eis.

Für die zweite Phase mit den verbleibenden 110 Milliarden Kubikmetern muss eine völlig neue Landpipeline von Israel zur ägyptischen Grenze bei Nitzana errichtet werden – ein Vorhaben, das noch nicht einmal begonnen wurde. NewMed Energy weist ausdrücklich darauf hin, dass es „keine Garantie“ für die rechtzeitige Erfüllung dieser infrastrukturellen Voraussetzungen gebe.

NewMed-Geschäftsführer Yossi Abu bezeichnete den Vertrag als „Win-win-Situation“, da Ägypten durch die Pipelinelieferungen erhebliche Kosten im Vergleich zu teureren LNG-Importen einsparen könne. Laut Recherchen des Portals Mada Masr sieht der neue Vertrag allerdings einen um 14,8 Prozent höheren Preis pro Milliarde Kubikmeter vor – was etwa 35 Millionen Dollar mehr als beim bisherigen Abkommen bedeutet.

Die Vertragsunterzeichnung fällt in eine Zeit, in der die ägyptische Bevölkerung zunehmend Kritik an der vermeintlichen Rolle Kairos bei der Aufrechterhaltung der israelischen Blockade des Gaza-Streifens übt.

Verfügbaren Daten zufolge sind dort bereits fast 200 Palästinenser an den Folgen der blockadebedingten Hungersnot gestorben.

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KO KOSMO-Redaktion
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