Entwicklungsexperten in Not: Während die Muttergesellschaft Millionen schuldet, kämpfen 64 Mitarbeiter um ihre Zukunft. Das Sanierungsverfahren soll die Rettung bringen.
Die hofer forschungs- und entwicklungs GmbH mit Sitz in St. Ulrich bei Steyr steht vor massiven finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen weist Verbindlichkeiten in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro auf, während das Vermögen lediglich etwa 715.000 Euro beträgt. Besonders prekär ist die Situation für die 64 Beschäftigten: Allein für Gehälter und Sozialabgaben fallen laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) jährlich über drei Millionen Euro an. „Diese Belastung übersteigt die kurzfristig verfügbaren Mittel bei weitem“, teilt der AKV mit.
Am 8. August 2025 wurde beim Landesgericht Steyr ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, wie der AKV informiert. Die Eröffnung des Verfahrens wird laut AKV und KSV1870 in Kürze erwartet. Das auf Antriebsentwicklung im Getriebebereich für die Automobilindustrie spezialisierte Unternehmen geriet hauptsächlich durch ausstehende Forderungen in Zahlungsschwierigkeiten.
Die akuten finanziellen Probleme resultieren vor allem daraus, dass rund 2,66 Millionen Euro, die die eigene deutsche Muttergesellschaft dem österreichischen Entwicklungsunternehmen schuldet, nach deren Insolvenz nicht beglichen werden konnten. Diese offenen Forderungen bilden den Großteil der gesamten Verbindlichkeiten.
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Konzernweite Krise
Die Vertriebstochter „hofer GmbH“ hatte bereits Ende Juli einen Konkursantrag gestellt. Auslöser war die Insolvenz der deutschen Muttergesellschaft Anfang Juli. Projektverzögerungen und ein schwächelnder chinesischer Markt hatten zunächst den deutschen Mutterkonzern in die Krise gestürzt und anschließend die österreichische Vertriebsgesellschaft mitgerissen.
Im Gegensatz zur Vertriebstochter wird bei der forschungs- und entwicklungs GmbH jedoch eine Fortführung des Geschäftsbetriebs angestrebt, wodurch die Arbeitsplätze der 64 Mitarbeiter möglicherweise erhalten bleiben könnten.