Sind Leistungssport und Schule vereinbar?

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Sind Leistungssport und Schule vereinbar?

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SCHULEN. Oft fragen sich Eltern, wie sie die sportlichen Ambitionen ihrer Kinder, d.h. ihr Leistungstraining im Sportverein, mit den schulischen Pflichten unter einen Hut bringen können. In Österreich gibt es mehrere Schulen, die sich auf die sportliche Förderung der Kinder konzentrieren, ohne dabei die Bildung zu vernachlässigen.

Dem österreichischen Gesetz über die Schulautonomie zufolge steht es jeder Schule frei, eine Spezialisierung zu wählen. Eine davon ist der Sport, für den zwei verschiedene Arten von Schulsystemen bestehen. Bildungseinrichtungen mit Sport als Hauptfach bestehen in den meisten Fällen für Schüler nach der vierten Klasse der Volksschule, d.h. im zweiten Teil der Pflichtschulausbildung, die in Österreich neun Jahre beträgt. Es gibt sogenannte Sportmittelschulen (Sport – Neue Mittelschulen) und Gymnasiums-Unterstufen (Sportgymnasium Unterstufe), die ähnliche Programme anbieten.

Neben mehr wöchentlichen Sportstunden nehmen diese Schulen auch öfter an Sportwettbewerben teil und bieten ein größeres Angebot an Wahlfächern im Bereich des Sports. Das Ziel der Bestrebungen ist eine umfassende sportliche Ausbildung der Kinder bis hin zur professionellen Ausübung einer Sportart oder zu einem gesunden Lebensstil mit Sport und gesunder Ernährung.

In der Pflichtschulausbildung gibt es zwei Schultypen für Leistungssportler.

Wenn Ihr Kind schon von klein auf Leistungssport betreibt, dann haben diese Schulen volles Verständnis für die damit verbundenen Verpflichtungen und bieten oft auch außerordentliche Programme an, um Versäumnisse im Unterricht auszugleichen. Darüber hinaus sind die Unterschiede zwischen den Sportmittelschulen und den Unterstufen von Sportgymnasien dieselben wie zwischen anderen Arten dieser Schulen.

Höhere Schulen für Leistungssportler

Wenn Ihr Kind auch nach der Pflichtschule weiter zur Schule gehen möchte, gibt es in Wien drei Arten von Schulen. Während die Oberstufe der Sportgymnasien die Fortsetzung des Unterrichtsplans der oben erwähnten Unterstufen bildet, gibt es auch zwei weitere Arten von Schulen für Kinder, die Leistungssport betreiben.

Die erste ist die Handelsschule für Leistungssportler/innen ohne Matura im zehnten Bezirk. Sie dauert ein Jahr länger als die übrigen Schulen dieses Typs, d.h. vier Jahre. Dafür haben die Kinder an drei Vormittagen Freizeit, die sie für das Training im Club oder Sportzentrum einsetzen müssen. Darüber hinaus können sie mit einer Entschuldigung des Vereines oder Verbandes immer wieder freigestellt werden, um an Wettkämpfen oder Trainingslagern teilzunehmen.

Nach der Pflichtschule können die Kinder zwischen drei Sportschulen wählen.

Wenn sie allzu viele Fehlstunden haben, organisiert die Schule ein Ergänzungsprogramm, in dem der versäumte Stoff nachgelernt wird. Neben dem normalen Lehrplan der Handelsschulen bieten diese auch zwei neue Fächer an: allgemeine Sportkunde und Management von Sport- und anderen Veranstaltungen.

Daneben gibt es in Wien drei Gymnasien für Leistungssportler: das GRGORG 20 Brigittenauer Gymnasium im 20. Bezirk, das Ballsport-Gymnasium Wien im 3. Bezirk und das Schulleistungssportzentrum Wien West im 16. Bezirk. Ihr Fokus liegt auf einer höheren Bildung mit Matura bei aller möglichen Unterstützung für die Bedürfnisse engagierter Sportler.

Schulstunden, die wegen Wettkämpfen versäumt werden, sind entschuldigt.

Im Unterschied zu anderen Gymnasien legen die Schüler die Matura in der 13. Schulstufe ab, d.h. ein Jahr später. Grund dafür sind ebenfalls freie Vormittage für das Training und entschuldigte Fehlstunden aufgrund von Wettkämpfen und Ähnlichem.

Wichtiger Hinweis:

Bei einigen der oben angeführten Schulen ist eine Nominierung durch einen Verein Voraussetzung. Um zu erfahren, welche Schulen mit welchen Vereinen zusammenarbeiten, erkundigen Sie sich am besten direkt bei der Schule oder dem Verein. Einige Vereine haben auch eigene Akademien, die mit Schulen kooperieren, die offiziell nicht als Sportschulen geführt werden.

Mehr unter: www.bewegung.ac.at

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Der gebürtige Wiener hatte seine ersten Berührungspunkte mit Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien der gebürtige Wiener bereits im Teenageralter. Ihre Sprache faszinierte ihn sehr schnell und die Liebe zum Balkan führte ihn bis zum Abschluss des Studiums der Slawistik (B/K/S). Heute ist er ein hervorragender Kenner der Balkangeschichte, der südslawischen Sprachen sowie der kleinsten kulturellen Nuancen der bosnischen, kroatischen und serbischen Dialekte. Mit einem kritischen Blick auf dem Balkan, schreibt er seine Texte aus einer besonderen, transslawischen, internationalen Perspektive, und seine Kritik lässt niemanden unberührt.