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MUSIKGESCHICHTE

So kamen die größten Bands Jugoslawiens zu ihren Namen (VIDEOS)

Rock in Jugoslawien
FOTO: KOSMO

Klingende Namen sind oftmals ein Garant für eine große Karriere. Hier eine Liste bekannter jugoslawischer Gruppen und woher sie ihre Bandnamen haben.

Atomsko sklonište ist zum Beispiel eine Gruppe, welche ihre pazifistische Orientierung vor allem ihren Namen verdankt. Vorher hießt die Band „Jovo nanovo“. Dieser eher unprofessionell klingende Name wurde dann durch ein Zitat aus eines simplen Anti-Kriegstheaterstücks ersetzt und somit der einzigartige Name Atomsko sklonište und die neue linke Einstellung der Band geboren.

In wohl kaum keinem Land gibt es so viele Namen die entweder aus Früchten, Obst, Vorspeisen, Suppen oder dergleichen bestehen.

Die „Vorspeisen-Vertreter“ unter den Bands sind Leb i sol, die ihren Namen einem alten mazedonischen Brauch verdanken. Dort war es üblich, Gästen beim Empfang Brot und Salz zu reichen. Die Mitglieder der Band gaben zu, dass der Name eher aus der Not heraus entstand, da ihnen nichts Intelligenteres einfiel:

Ein weiteres Beispiel für die Essenfraktion ist die bekannte Gruppe Riblja čorba:

Die wilden Beeren von Divlje jagode zählen wohl eher zur Nachspeise. Eines der Bandmitglieder wollte unbedingt eine Obstsorte im Namen tragen, da aber nur „Erdbeere“ zu weich klingen würde, wurden aus ihnen die bekannten „wilden Erdbeeren“:

Viele der Band ließen sich aber auch von Literaten inspirieren. Hierzu gehört zum Beispiel Azra, welche diesen Namen aus dem Gedicht von Heinrich Heine „Asra“ haben:

Buldožer griff auf ein des slowenischen Dichters Feo Volarič zurück – “Nekog trebaš voleti, pa makar i buldožer”:

Und Prljavo kazalište ist ein Wort, das dem Bandmitglied Jasenko Houra beim Lesen von Alan Ford unterkam:

Die folgenden Gruppen haben ihre Namen nicht vorher ausgedacht, oder aber im Nachhinein geändert, da bestimmte Worte aus ihren ersten Hits einfach zum besten Markenzeichen wurden:

Parni valjak kommt aus deren Lied: “Ja sam parni valjak, pazi da te ne povalim”:

Gleiches gilt für „Kad bi bio bijelo dugme“ der damaligen Gruppe Jutro, welchen allen heute unter Bijelo dugme bekannt ist:

Die guten alten Rocker des ehemaligen Jugoslawiens waren auch gleichzeitig großer Fans der „kafanas“ (Wirtshäuser). Somit ist klar, dass dort mit ein bisschen Alkohol sehr kreative Namen entstanden:

Električni orgazam, zum Beispiel, fiel einem der Bandmitglieder einfach so im Wirtshaus „Mornar“ ein. Er gab zu, dass dieser Name keine tiefere Bedeutung hat:

Wie sehr sie diese Gaststätten liebten zeigen die Jungs von Galija, die ihrer Lieblingkneipe in Niš, welche den gleichen Namen trägt, ein Denkmal setzten: