Straßenschlachten, brennende Gebäude, ein Premier unter Druck – in Albanien spitzt sich die Lage dramatisch zu.
Albaniens Ministerpräsident Edi Rama sieht in den anhaltenden Massenprotesten eine ernsthafte Bedrohung für die EU-Beitrittsambitionen seines Landes – und schließt einen Rücktritt kategorisch aus.
Die Protestbewegung, die von Studenten getragen wird und sich mittlerweile auf mehrere albanische Städte ausgeweitet hat, richtet sich gegen Korruption, hohe Arbeitslosigkeit und unzureichende Bildungsstandards. Rama betont, dass die Demonstrationen nicht nur innenpolitische Spannungen widerspiegeln, sondern auch die strategische Zukunft Albaniens in Europa gefährden könnten.
Gewalt auf den Straßen
Bei Teilen der Proteste kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen: Demonstranten legten Feuer an Regierungsgebäuden und warfen Pflastersteine auf Sicherheitskräfte, die ihrerseits mit Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschossen reagierten. Trotz des eskalierenden Drucks auf der Straße hält Rama an seinem Amt fest und weist Rücktrittsforderungen entschieden zurück.
Ramas Klare Ansage
Der Ministerpräsident stellte die Lage als grundlegende Weichenstellung für das Land dar und formulierte es in klaren Worten: „Die Albaner müssen sich ganz klar überlegen: Wollen sie das oder wollen sie die EU?“ Ein bereits fix vereinbartes Treffen mit Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker in Wien wurde von albanischer Seite kurzfristig abgesagt – ein Schritt, der die angespannte politische Lage zusätzlich unterstreicht.