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Schicksale

Tödliche Flucht: Baby Lana und 27 weitere Flüchtlinge auf dem Balkan begraben

Tödliche Flucht: Baby Lana und 27 weitere Flüchtlinge auf dem Balkan begraben
(FOTO: David Pichler/SOS Balkanroute)
3 Min. Lesezeit |

Auf dem Balkan fanden 28 Flüchtlinge ihre letzte Ruhe. Darunter ein zehnjähriger Junge und ein Baby, das mit seiner Mutter in der Drina ertrank.

In Bosnien und Herzegowina erhielten 28 Flüchtlinge, die auf ihrer gefährlichen Reise ums Leben kamen, endlich eine würdige letzte Ruhestätte. Auf dem Stadtfriedhof wurden 19 Gräber für nicht identifizierte Personen angelegt, während auf dem islamischen Friedhof neun Gedenkstätten für identifizierte Opfer entstanden. Die Initiative ging von den Organisationen Djeluj.ba, SOS Balkanroute aus Österreich und Leave No One Behind aus Deutschland aus, finanziert durch Spenden aus beiden Ländern.

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Unter den Verstorbenen befinden sich besonders tragische Schicksale: Der zehnjährige Ahmadi Parwiz aus Syrien sowie die erst neun Monate alte Lana, die gemeinsam mit ihrer Mutter bestattet wurde – ihr Vater liegt in einem Grab daneben. Die Familie ertrank am 23. August 2024 in der Drina, in jener verhängnisvollen Nacht, als zwölf Menschen im Fluss den Tod fanden. „Lanas Schicksal steht symbolhaft für die extreme Schutzlosigkeit von Menschen auf der Flucht und ein System, das ihnen keine Sicherheit bietet“, sagte Petar Rosandic, Vorsitzender der SOS Balkanroute.

Bewegende Gedenkfeier

Bei der Gedenkfeier auf dem islamischen Friedhof wurde ein bewegender Brief von Muhammed Hilal verlesen, der seinen Bruder, dessen Frau und ihr Baby durch die Fluten der Drina verlor: „Obwohl seit unserer Tragödie fast eineinhalb Jahre vergangen sind, fühlt sich der Schmerz noch genauso an, als wäre alles erst gestern passiert.“

Die Gedenkveranstaltung vereinte Gäste aus mehreren Ländern, darunter auch hochrangige religiöse Würdenträger: Kardinal Ladislav Nemet, Erzbischof von Belgrad, und der Belgrader Imam Tafa ef. Berisa. In seiner Ansprache betonte Kardinal Nemet: „Jeder Mensch besitzt einen unschätzbaren Wert. Wären Lana und die anderen an einem anderen Ort geboren, könnten sie frei nach Europa einreisen. Kriege, Gewalt und Klimawandel zwingen Menschen zur Flucht. Ob wir ihre Migration als legal oder illegal bezeichnen, ändert nichts an ihrer Menschenwürde. Gottes Barmherzigkeit reicht weiter als all unsere Gesetze, Vorschriften und Grenzkontrollen.“

Würde im Tod

Die Organisatoren Nihad Suljic von Djeluj.ba und Petar Rosandic erklärten gemeinsam: „Wir wollten nicht nur Grabstätten gestalten, sondern die Erinnerung bewahren und diesen Menschen ihre Würde zurückgeben, die ihnen selbst auf ihrem letzten Weg verwehrt blieb. Wenn sie schon kein würdevolles Leben haben durften, sollen sie wenigstens im Tod ihre Würde behalten.“ Suljic ergänzte mit einer erschütternden Statistik: Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei nur 23 Jahren.

„Ihre einzige ‚Sünde‘ war ein zu schwacher Pass.“

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KO KOSMO-Redaktion
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