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Rekordstrafe

Turntrainer filmte Kinder heimlich auf der Toilette – 90 Jahre Haft

Turntrainer filmte Kinder heimlich auf der Toilette – 90 Jahre Haft
FOTO: iStock/Polk County Sheriff's Office
2 Min. Lesezeit |

90 Jahre Haft für einen Turntrainer – hinter dem Urteil steckt ein System, das Warnsignale lange ignorierte.

Sean Gardner, 39 Jahre alt und ehemaliger Trainer im Turnbereich, ist von einer Bundesrichterin im US-Bundesstaat Iowa zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 90 Jahren verurteilt worden. Für jeden der drei Anklagepunkte, die die Erstellung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs umfassen, verhängte die Richterin die gesetzlich vorgesehene Höchststrafe von jeweils 30 Jahren. Gardner hatte eingestanden, zwischen Dezember 2017 und April 2018 in einem Turnzentrum in Iowa heimlich Minderjährige gefilmt zu haben.

Rituale im Training

Öffentlich bekannt wurde der Fall, als die ehemalige Schülerin Liberty Raines gegenüber CBS News von Gardners Verhalten berichtete. Raines schilderte, dass bestimmte Rituale am Ende jeder Trainingseinheit bei Jump’In Gymnastics zum festen Ablauf gehörten. „Wir stellten uns alle in einer Reihe auf, um eine Umarmung zu bekommen, und er küsste uns auf die Stirn und klopfte jedem von uns auf den Hintern“, sagte sie.

Dass dieses Verhalten problematisch sein könnte, sei ihr damals nicht bewusst gewesen: „Es war so normal. Ich glaube nicht, dass irgendjemand von uns sich darüber Gedanken gemacht hat.“ Gardner hatte in der Einrichtung eine versteckte Kamera in einer Toilette angebracht und damit mindestens zehn Minderjährige nackt oder beim Entkleiden gefilmt. Die entsprechenden Aufnahmen wurden erst Jahre später im Zuge von Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen auf seinen Computern sichergestellt.

Strukturelles Versagen

Der Fall rückt einmal mehr die Frage in den Mittelpunkt, ob Sportverbände wie USA Gymnastics ihren Schutzpflichten gegenüber minderjährigen Athletinnen und Athleten tatsächlich nachkommen. Berichten zufolge sollen zuständige Stellen in Iowa bereits früh von den Vorwürfen gegen Gardner gewusst, jedoch zunächst keine Konsequenzen gezogen haben.

Gegen Gardner, den US-Turnverband sowie seinen damaligen Arbeitgeber sind mehrere Zivilklagen anhängig.

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KO KOSMO-Redaktion
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