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ZU LAUT

Wiener hörte Koran im Auto und zahlt 100 Euro Strafe

(FOTOS: heute.at, iStock)

In Wien-Liesing hörte ein gläubiger Moslem während der Fahrt den Koran. Polizisten orteten darin eine Lärmbelästigung und straften den Autofahrer.

Heuer sorgten besonders viele Polizeistrafen für Wirbel. Jetzt zum Jahresende kommt noch eine dazu: Weil ein Wiener beim Autofahren durch den 23. Bezirk den Koran hörte, soll er 100 Euro Strafe zahlen, wie die „Krone“ und die „Heute” berichten. Der Vorwurf: Die „lautstarke arabische Stimme in Form einer Art Gebet“ sei trotz geschlossener Fenster im Polizeiauto hörbar gewesen.

Die Strafe sorgt für böses Blut im Netz: Weil er „zu laut“ den Koran hört, kassiert ein Wiener in Liesing 100 Euro Strafe – angeblich wegen Lärmbelästigung. Durch das Abspielen hätte der Mann „ungebührlicher Weise störenden Lärm erzeugt“. Die Beamten halten den Wagen an und erstatten Anzeige.  

Diesen Bescheid erhielt der Autofahrer von der Polizei. (FOTO: heute.at)

„Niemand da, der hätte gestört werden können“
Ein Freund des Betroffenen postete empört den Behörden-Brief im Netz. Für ihn sei die Strafe nicht gerecht: „Das war eine ehemalige Bundesstraße. Außer den Polizeibeamten, die an einer roten Ampel daneben zu stehen kamen, war da niemand, der hätte gestört werden können.“ Die Rede sei von normaler Lautstärke und serienmäßig eingebauten Lautsprechern.

Die Beamten sahen das anders: Von der Landespolizeidirektion Wien heißt es auf „Krone“-Anfrage, dass es sich um eine dienstliche Wahrnehmung der Beamten gehandelt haben dürfte. Man habe die „arabische Stimme“ trotz geschlossener Seitenscheiben im Polizeiauto gehört, wie im Protokoll zu lesen ist. Der Angezeigte will nun Berufung gegen den Bescheid einlegen.

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