Der Winter zeigt sich von seiner frühen Seite: Zahlreiche österreichische Skigebiete öffnen ihre Pisten deutlich vor dem geplanten Saisonstart – während die Ticketpreise neue Höhen erklimmen.
In mehreren Skigebieten Westösterreichs läuft der Pistenbetrieb bereits auf Hochtouren. Diese Entwicklung setzt sich nun auch in anderen Regionen fort. Das Vorarlberger Skigebiet Silvretta Montafon eröffnete am Freitag seine Pisten – zwei Wochen früher als ursprünglich geplant. Auch das kleinere Skigebiet Gargellen in Vorarlberg zog seinen Saisonstart vor und öffnete bereits vor einigen Tagen. Die Betreiber der Bergbahnen Gargellen betonen jedoch die logistischen Herausforderungen dieses Frühstarts, insbesondere bei der Rekrutierung von ausreichendem Gastronomiepersonal.
Dank des Einsatzes von Schneekanonen, der jüngsten Niederschläge und passender Temperaturen nehmen am Wochenende weitere Skigebiete in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark ihren Betrieb ungewöhnlich früh auf. In Niederösterreich macht der Semmering den Anfang und startet laut Webseite am Wochenende mit dem Liftbetrieb. Ab 5. Dezember soll täglich gefahren werden können, obwohl die Saison ursprünglich erst für den 8. Dezember angesetzt war. In der Steiermark erhofft man sich durch die vorgezogenen Öffnungen positive Auswirkungen auf den Vorverkauf der Saisonkarten.
Mehrere steirische Skigebiete öffnen außerplanmäßig fürs kommende Wochenende. Die Tauplitz macht bereits am Freitag den Anfang, am Samstag folgen Loser, Riesneralm und Lachtal im Bezirk Murau. Der tägliche Regelbetrieb beginnt dann zum regulären Saisonstart. Als Grund für die frühere Öffnung werden die günstigen Bedingungen für die künstliche Beschneiung angeführt. Auf der Planai und der Turracher Höhe sind die Lifte bereits in Betrieb.
In Oberösterreich nimmt Hinterstoder am Samstag den durchgehenden Liftbetrieb auf – eine Woche früher als vorgesehen. Die Wurzeralm startet ebenfalls vorzeitig, allerdings zunächst nur an Wochenenden. In Hinterstoder wurde Anfang der Woche eine Schneedecke von 30 Zentimetern gemessen, weiterer Schneefall wird erwartet. Erstmalig wird die Talabfahrt bereits im November befahrbar sein. Im Skigebiet Dachstein West laufen die Beschneiungsanlagen noch auf Hochtouren, um die Pisten bis zum ersten Dezember-Wochenende vorzubereiten.
Reinhard Klier, Fachgruppenobmann der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Tirol, zeigt sich erleichtert, dass die Skiopenings planmäßig stattfinden konnten. Während die Gletscherskigebiete bereits seit mehreren Wochen geöffnet haben, folgten am vergangenen Wochenende Gebiete wie die Axamer Lizum und Hochfügen in Tirol. Weitere Skigebiete werden am kommenden Wochenende in die Saison starten.
Hohe Ticketpreise
Wintersportler müssen sich auch in dieser Saison auf hohe Liftpreise von bis zu 80 Euro einstellen. In den Tiroler Skigebieten Arlberg und Sölden wird mit 81,5 Euro für ein Tagesticket sogar diese Marke überschritten. Entsprechend werden Forderungen nach vergünstigten Tarifen für Einheimische wieder lauter. Diese mussten aufgrund des EU-rechtlichen Gleichbehandlungsgebots abgeschafft werden. Viele Liftbetreiber, besonders in den westlichen Bundesländern, würden sie gerne wieder einführen.
Kreative Lösungen
Elisabeth Zehetner (ÖVP), Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, kündigte an, sich in Brüssel dafür einzusetzen. Die lokale Bevölkerung benötige Vorteile, um den Tourismus mitzutragen. Einige Skigebiete entwickeln bereits kreative Lösungsansätze. Laut Franz Hörl (ÖVP), Obmann des Fachverbands der Seilbahnen, definieren manche Betreiber Einheimische nicht über den Meldezettel, sondern über den Nachweis eines Liefervertrags mit einem regionalen Energieversorger. In Kärnten stehen weniger Einheimischentarife im Fokus, sondern vielmehr dynamische Preismodelle.
Das steirische Skigebiet Planai-Hochwurzen bietet eine vergünstigte Saisonkarte für alle Gäste an. Geschäftsführer Georg Bliem erklärte kürzlich in einem Ö1-Interview, dass man sich an ermäßigte Tagestickets speziell für Einheimische nicht herangewagt habe. Dafür sei eine rechtliche Lösung aus Brüssel erforderlich.
Bis dahin kostet ein Tagesticket an der Kassa 78,5 Euro.