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Restrukturierung

39 Standorte betroffen: Hervis schließt alle Filialen am Balkan

39 Standorte betroffen: Hervis schließt alle Filialen am Balkan
FOTO: EPA/ANTONIO BAT
2 Min. Lesezeit |

Hervis zieht sich aus drei Ländern zurück – und das mitten in einer Phase tiefer Verluste und ungewisser Zukunft.

Hervis hat seine Auslandsgesellschaften in Slowenien, Kroatien und Deutschland veräußert. Betroffen sind insgesamt 43 Filialen: 21 in Slowenien, 18 in Kroatien und 4 in Deutschland. Ein nicht namentlich genannter Investor übernimmt mit sofortiger Wirkung die operative Leitung der betroffenen Standorte. Weder die Identität des Käufers noch der erzielte Verkaufspreis wurden öffentlich gemacht.

Der Verkauf erfolgt nur wenige Monate nach dem Eigentümerwechsel an der Unternehmensspitze: Damals hatte der Salzburger Handelskonzern Spar seine Sporthandelstochter an die Wiener Quantum Investment Holding GmbH abgegeben, die laut Firmenbuch Sven Voth und Udo Schloemer gehört.

Fokus auf Österreich

Mit dem Rückzug aus dem Auslandsgeschäft vollzieht Hervis eine strategische Kurskorrektur. Vor dem Verkauf betrieb das Unternehmen insgesamt 134 Standorte in Österreich, Slowenien, Kroatien und Deutschland. Geschäftsführer Markus Hupach erklärte, dass sich das Unternehmen künftig vollständig auf das Kerngeschäft in Österreich konzentrieren wolle. Über die weitere Entwicklung der übernommenen Standorte liegt die Entscheidungshoheit nun beim neuen Investor.

Gleichzeitig laufen intern Überlegungen zur Zukunft des Österreich-Geschäfts – konkrete Entscheidungen und mögliche Maßnahmen sollen in den kommenden Monaten kommuniziert werden. Restrukturierungsschritte hatte die neue Führung bereits im Vorfeld angekündigt.

Millionenverluste bei Hervis

Als Hintergrund für den tiefgreifenden Umbau des Unternehmens gilt ein zunehmend schwieriges Umfeld im Sporthandel. In den Jahren 2023 und 2024 häuften sich bei Hervis Verluste von insgesamt mehr als 100 Millionen Euro an. Für 2023 wurde ein Minus von 64 Millionen Euro ausgewiesen – inklusive Abschreibungen –, im darauffolgenden Jahr lag der Verlust bei rund 43 Millionen Euro.

Auch der Umsatz entwickelte sich rückläufig und sank von 261 auf 253 Millionen Euro.

Zahlen für das laufende Geschäftsjahr liegen bislang nicht vor.

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KO KOSMO-Redaktion
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