Plötzliche Ausgaben und unvorhergesehene finanzielle Engpässe können das Konto schnell ins Minus ziehen. Bereits jeder Vierte in Österreich befindet sich in dieser Lage, KOSMO berichtete. Oft führt dies zu einem Überziehungskredit, auch Dispokredit genannt. Doch Vorsicht: Dispokredite bieten zwar kurzfristig finanzielle Flexibilität, sind jedoch wegen ihrer hohen Zinsen eine der teuersten Kreditarten, warnt der Bankenverband in einem Blogbeitrag.

Überblick behalten
Bei drohenden finanziellen Engpässen wird empfohlen, zunächst einen genauen Überblick über den Kontostand sowie die monatlichen Einnahmen und Ausgaben zu gewinnen. Dieses Ziel lässt sich mithilfe von Online-Banking oder einem Haushaltsbuch erreichen.
Ausgaben dokumentieren und reduzieren
Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sollten im Haushaltsbuch sämtliche Ausgaben, von Einkäufen über Rezeptgebühren bis hin zu Stromrechnungen, erfasst werden. So können Einsparpotenziale identifiziert und unnötige Ausgaben, wie teure Abos oder Handyverträge, reduziert werden.
Zusätzliches Einkommen und Rückzahlungen
Um zusätzliche Einnahmequellen zu generieren, kann der Verkauf von nicht mehr benötigten Gegenständen über Online-Plattformen oder Flohmärkte hilfreich sein. Zudem wird die Erstellung eines strukturierten Rückzahlungsplans empfohlen. Hierbei sollte man festlegen, wie viel Geld monatlich in die Rückzahlung des Dispokredits fließen kann.
Ratenzahlung oder Umschuldung des Dispos
Um die hohen Überziehungszinsen zu umgehen, kann ein Ratenkredit in Betracht gezogen werden. Dabei ist es jedoch wichtig, sich ausführlich zu informieren und die verschiedenen Angebote gründlich zu vergleichen.
Es ist essentiell, die eigenen Finanzen auch langfristig im Blick zu behalten. Ein sogenannter Notgroschen, der idealerweise drei Netto-Monatsgehälter umfassen sollte, kann für unvorhersehbare Ausgaben hilfreich sein. Der Bankenverband empfiehlt zudem, die Übersicht über die eigenen Finanzen mithilfe eines Haushaltsbuchs dauerhaft zu bewahren.

Beratung und Hilfe suchen
Sollten Schulden bestehen, ist es ratsam, schnell zu handeln und das Gespräch mit der Bank zu suchen. Auch Schuldnerberatungen können in schwierigen Situationen unterstützen. Offizielle Stellen wie Kommunen oder Wohlfahrtsverbände, darunter Caritas, Rotes Kreuz und Diakonie, bieten in der Regel kostenfreie Beratungen an.
Darüber hinaus ist anzuraten, Kontoauszüge und Telefonrechnungen regelmäßig zu überprüfen. Bei unberechtigten Abbuchungen sollte man prompt reagieren und sich Unterstützung bei einer Beratungsstelle suchen.
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Schuldenfalle: Schulden
Kontoinhaber sollten sich nicht auf die kurzfristige Flexibilität eines Dispokredits verlassen, denn die hohen Zinsen können langfristig teuer werden. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Finanzen, das Erschließen zusätzlicher Einnahmequellen und die Inanspruchnahme von Schuldnerberatungen können dazu beitragen, die finanzielle Situation zu stabilisieren und unnötige Kosten zu vermeiden.