Österreichs Jugendliche wenden sich von Alkohol und Zigaretten ab. Stattdessen sind Nikotinbeutel und E-Zigaretten im Trend. Soziale Medien sorgen für mehr Sorgen als Glücksspiel.
Die jüngste ESPAD-Erhebung 2024, die sich mit dem Konsumverhalten österreichischer Jugendlicher im Alter von 14 bis 17 Jahren befasst, zeigt eine Verschiebung weg von traditionellen Zigaretten und Alkohol hin zu neueren Produkten wie Nikotinbeuteln und E-Zigaretten. Diese Studie, die Schüler der neunten und zehnten Schulstufen in Österreich untersucht, offenbart zudem, dass soziale Medien als größeres Problem wahrgenommen werden als Glücksspiel oder digitale Spiele.
In Bezug auf den Alkoholkonsum haben sechs von zehn befragten Jugendlichen in den letzten 30 Tagen Alkohol konsumiert, wobei etwa 20 Prozent regelmäßig trinken. Ein langfristiger Trend deutet jedoch auf eine Abnahme des Alkoholkonsums hin: Der Anteil der Jugendlichen, die nie Alkohol konsumiert haben, hat sich seit 2007 vervierfacht, während der Anteil derjenigen, die in den letzten 30 Tagen keinen Alkohol konsumiert haben, sich verdoppelt hat.
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Konsumtrends bei Jugendlichen
Betrachtet man die Nutzung von Zigaretten, E-Zigaretten, Nikotinbeuteln, Wasserpfeifen und Tabakerhitzern, so haben 57 Prozent der Schüler mindestens eines dieser Produkte probiert. In den letzten 30 Tagen haben 37 Prozent diese Produkte konsumiert, und 18 Prozent nutzen sie täglich oder fast täglich. Der Konsum herkömmlicher Zigaretten ist seit 2003 von 49 auf 23 Prozent gesunken, während der Konsum von E-Zigaretten von sieben auf 29 Prozent gestiegen ist. Erstmals berichteten Jugendliche 2024, dass ihre ersten Erfahrungen häufiger mit E-Zigaretten als mit herkömmlichen Zigaretten gemacht wurden.
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Cannabis wurde von knapp 18 Prozent der Schüler mindestens einmal konsumiert, wobei der Konsum in den letzten zwei Jahrzehnten relativ stabil geblieben ist. Neben Alkohol, Nikotinprodukten und Cannabis experimentieren Jugendliche häufig mit Schnüffelstoffen, Mischungen aus Alkohol und Medikamenten sowie Lachgas.
Soziale Medien und Wohlbefinden
Zehn Prozent der befragten Schüler haben an Glücksspielen teilgenommen, jedoch sind wöchentliche Teilnehmer selten. Ein Drittel der Schüler spielt täglich digitale Spiele, wobei Buben häufiger spielen als Mädchen. Problematische Nutzung von Computerspielen wird häufiger von Buben berichtet, während Mädchen öfter über eine problematische Nutzung von sozialen Medien sprechen. Ein Viertel der Jugendlichen zeigt ein niedriges Wohlbefinden, und jeder Zehnte weist Anzeichen für hohe psychische Belastungen auf, wobei Mädchen häufiger betroffen sind. Jugendliche mit psychischen Belastungen berichten öfter von suchtrelevanten Konsum- und Verhaltensweisen, was auch durch einen steigenden Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln unterstrichen wird.
Die ESPAD-Erhebung (European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs) untersucht regelmäßig den Konsum legaler und illegaler Substanzen sowie die Nutzung von Glücksspiel und digitalen Medien unter Schülern. Im Jahr 2024 nahmen 37 europäische Länder teil. Der österreichische Bericht basiert auf den Antworten von 7.735 Schülern und wurde von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) im Auftrag des Gesundheitsministeriums erstellt.
Die letzte Erhebung in Österreich fand 2019 statt.