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Schlank ohne Hungergefühl? Forscher feiern Durchbruch bei Diabetes-Therapie

Schlank ohne Hungergefühl? Forscher feiern Durchbruch bei Diabetes-Therapie
FOTO: iStock/Chalirmpoj Pimpisarn
2 Min. Lesezeit |

Eine neue Pille zur Behandlung von Diabetes und Adipositas (Fettleibigkeit) steigert die Fettverbrennung, ohne dabei den Appetit zu hemmen. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor. Im Gegensatz zu Injektionen kann das Medikament einfach als Tablette eingenommen werden. Während derzeit verbreitete GLP-1-Rezeptoragonisten (Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren) wie Semaglutid hauptsächlich durch Appetithemmung wirken und oft mit Nebenwirkungen wie Übelkeit und Muskelschwund einhergehen, setzt der neue Wirkstoff als Beta-2-Agonist gezielt am Stoffwechsel der Skelettmuskulatur an.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir künftig den Stoffwechsel verbessern und Übergewicht reduzieren können, ohne dabei die Muskelmasse zu gefährden„, sagt Studienautor Tore Bengtsson vom Karolinska-Institut in Schweden. Die Muskelmasse spiele bei Diabetes und Fettleibigkeit eine entscheidende Rolle, sowohl für die Stoffwechselgesundheit als auch für die Lebenserwartung.

Erfolgreiche Testphase

Die erste klinische Erprobung mit 73 Teilnehmern, darunter 25 Personen mit Typ-2-Diabetes, verlief vielversprechend – die Substanz wurde gut vertragen. Auch vorausgehende Tierversuche zeigten positive Auswirkungen auf Blutzuckerwerte und Körperzusammensetzung, ohne die typischen Begleiterscheinungen bisheriger Therapieansätze.

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Kombinierte Anwendung

Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich aus dem unterschiedlichen Wirkmechanismus: Da das neue Präparat anders als GLP-1-Rezeptoragonisten funktioniert, wäre auch eine kombinierte Anwendung beider Wirkstoffklassen denkbar, was sich gegenseitig ergänzende Effekte verspricht. Die Weiterentwicklung liegt in den Händen des schwedischen Unternehmens Atrogi, das nun eine umfangreichere klinische Studie plant.

Herausforderungen auf dem Weg zur Zulassung

Trotz der vielversprechenden ersten Ergebnisse zeigen neuere Untersuchungen auch potenzielle Hürden auf dem Weg zur Markteinführung. Aktuelle Forschungsarbeiten von Anfang 2025 weisen darauf hin, dass Beta-2-Agonisten unter bestimmten Umständen die insulinvermittelte Glukoseaufnahme in der Skelettmuskulatur beeinträchtigen können – ein Faktor, der bei der weiteren Entwicklung berücksichtigt werden muss.

Bevor das Medikament auf den Markt kommen kann, sind umfangreiche klinische Phase-II- und Phase-III-Studien erforderlich, die die Wirksamkeit und Sicherheit bei größeren Patientengruppen über längere Zeiträume bestätigen müssen. Diese Prozesse können typischerweise mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bevor Zulassungsanträge bei den Arzneimittelbehörden eingereicht werden können.

An der Forschungsarbeit beteiligten sich neben dem Karolinska-Institut weitere Universitäten aus Schweden, Dänemark und Australien. Die Finanzierung erfolgte unter anderem durch den Schwedischen Forschungsrat, die Schwedische Gesellschaft für medizinische Forschung und die Novo Nordisk Stiftung.

Die Fachzeitschrift Cell veröffentlichte die Studienergebnisse am 23. Juni.

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KO KOSMO-Redaktion
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