108 Fälle, ein Notstand, ein Minister unter Druck – in New York spitzt sich die Masernsituation dramatisch zu.
Im Bundesstaat New York hat Gouverneurin Kathy Hochul wegen eines deutlichen Anstiegs der Maserninfektionen den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Seit Beginn des laufenden Jahres wurden insgesamt 108 Masernfälle erfasst – sieben davon in New York City, die übrigen 101 verteilt auf das restliche Staatsgebiet. Mit der Notstandserklärung reagiert Hochul auf die sich zuspitzende Lage und schafft die rechtliche Grundlage, um Impfungen und Tests rascher und breiter verfügbar zu machen.
Hochuls Exekutivorder
Die erlassene Exekutivorder weitet den Kreis jener Personen aus, die Impfungen verabreichen dürfen. Künftig können auch Rettungskräfte und Apotheker diese Aufgabe übernehmen, was die Kapazitäten im Gesundheitssystem spürbar erhöhen soll. Hochul machte in diesem Zusammenhang deutlich, welche Linie sie verfolgt: „Niemand sollte durch eine durch Impfung vermeidbare Krankheit schwer erkranken oder sterben.“
Nationale Dimension
Die Entwicklungen in New York stehen nicht für sich allein. Landesweit wurden bis Juli mehr als 2.300 Masernfälle in 45 Bundesstaaten gemeldet – ein Stand, der in den USA seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht worden war. Auch Kanada ist betroffen: Es verlor 2025 infolge eines Ausbruchs seinen von der Weltgesundheitsorganisation verliehenen Status als masernfreies Land.
In diesem Kontext gerät US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zunehmend unter Druck. Der von Präsident Donald Trump ernannte Minister sieht sich anhaltender Kritik ausgesetzt, da er in seiner Funktion wiederholt impfkritische Positionen öffentlich vertreten hat.