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Außenhandel

Milliarden-Handelsdefizit: Montenegro importiert achtmal mehr als es exportiert

Milliarden-Handelsdefizit: Montenegro importiert achtmal mehr als es exportiert
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2 Min. Lesezeit |

Montenegros Außenhandel wächst – doch die Lücke zwischen Ein- und Ausfuhren klafft weiter. Die neuen Handelszahlen zeigen, wie tief das Ungleichgewicht sitzt.

Montenegro hat in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres einen Außenhandelsumsatz von 3,37 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht das einem Plus von 2,4 Prozent – so die vorläufigen Zahlen des montenegrinischen Statistikamts MONSTAT. Trotz dieses Wachstums bleibt das strukturelle Ungleichgewicht im Außenhandel des kleinen Adriastaats deutlich ausgeprägt.

Den Importen in Höhe von knapp drei Milliarden Euro stehen Exporte von lediglich 372,9 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Handelsdefizit von rund 2,62 Milliarden Euro. Die Exportdeckungsquote liegt damit bei gerade einmal 12,5 Prozent. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent, die Importe legten mit 2,5 Prozent etwas stärker zu.

Importe dominieren

Auf der Importseite dominieren Maschinen und Transportausrüstung mit einem Wert von 694,8 Millionen Euro. Allein auf Straßenfahrzeuge entfielen davon 269,6 Millionen Euro. Ebenfalls besonders bedeutend sind Lebensmittel und lebende Tiere mit 572,9 Millionen Euro. Bei den Ausfuhren stehen Mineralbrennstoffe und Schmiermittel mit 113,3 Millionen Euro an erster Stelle – darunter allein 73,6 Millionen Euro an exportierter elektrischer Energie.

Serbien führt

Wichtigster Handelspartner bleibt Serbien: Aus dem Nachbarland bezog Montenegro Waren im Wert von 524,1 Millionen Euro, während die Exporte dorthin 90,8 Millionen Euro erreichten. Auf der Exportseite folgen Bosnien und Herzegowina mit 40,9 Millionen und Slowenien mit 27,2 Millionen Euro.

Auch die Europäische Union spielt eine zentrale Rolle im Außenhandel. Insgesamt wurden aus EU-Staaten Waren im Wert von 1,36 Milliarden Euro importiert, während sich die Exporte in die EU auf 124,7 Millionen Euro beliefen. Europa steht damit für 79,3 Prozent der montenegrinischen Importe und 94 Prozent der Exporte.

China mit großem Handelsdefizit

Besonders deutlich zeigt sich das Ungleichgewicht im Handel mit China. Montenegro importierte in den ersten acht Monaten Waren im Wert von 384,4 Millionen Euro aus der Volksrepublik. Dem standen Exporte nach China von lediglich 7,5 Millionen Euro gegenüber. Damit ergibt sich ein Handelsdefizit von fast 377 Millionen Euro.

Gleichzeitig gibt es auch positive Entwicklungen auf der Exportseite. Der Export von Produkten aus der Gruppe der bearbeiteten Waren stieg um 73,4 Prozent. Besonders stark legte dabei der Export von Buntmetallen zu. Auch die Ausfuhren von Lebensmitteln und lebenden Tieren erhöhten sich um 20,8 Prozent. Insgesamt reichen diese Zuwächse jedoch nicht aus, um die große Lücke zwischen Importen und Exporten deutlich zu verringern.

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KO KOSMO-Redaktion
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