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Schein-Hochzeit

Pädophiler wollte 9-Jährige in Disneyland heiraten (VIDEO)

Pädophiler wollte 9-Jährige in Disneyland heiraten (VIDEO)
FOTO: Screenshot X
5 Min. Lesezeit |

Hinter der glamourösen Fassade einer Disneyland-Hochzeit verbarg sich ein düsteres Geheimnis: Ein britischer Sexualstraftäter inszenierte eine Scheintrauung mit einem Kind.

Ein britischer Sexualstraftäter, der in Großbritannien bereits polizeilich gesucht wird, ist in Frankreich festgenommen worden, nachdem er eine vorgetäuschte Hochzeit mit einem neunjährigen Mädchen im Disneyland Paris organisiert hatte. Die Staatsanwaltschaft in Meaux bestätigte, dass der 39-Jährige in Großbritannien wegen sexueller Vergehen an Minderjährigen registriert ist und gegen Auflagen verstoßen hat, die mit seiner Eintragung im Sexualstraftäterregister verbunden waren.

Der Mann wurde am Dienstag als Hauptverantwortlicher der Inszenierung identifiziert und wegen mehrerer Delikte angeklagt, darunter Betrug, Vertrauensmissbrauch, Geldwäsche und Identitätsdiebstahl. Die französische Staatsanwaltschaft führt ihn zusätzlich als Zeugen im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Verdachts der Verführung Minderjähriger. Die Disneyland-Verantwortlichen hatten den Veranstaltern für rund 115.000 Pfund einen Teil des Freizeitparks in Marne-la-Vallée (Vorort östlich von Paris) vermietet. Erst am Tag der Veranstaltung selbst bemerkten Mitarbeiter, dass die vermeintliche „Braut“ ein Kind war.

 

Das Personal des Themenparks reagierte schockiert, als der Brite am Samstag mit einem ukrainischen Kind, dessen Familie und etwa 100 Gästen für die inszenierte Zeremonie erschien. Die ukrainische Mutter des Mädchens, die ebenfalls festgenommen wurde, gab gegenüber Ermittlern an, sie habe ihrer Tochter lediglich einen „prinzessinnenwürdigen Tag“ ermöglichen wollen. Neben dem Briten und der 41-jährigen Mutter wurden zwei weitere Personen festgenommen: eine 24-jährige Lettin, die als Schwester der „Braut“ auftrat, sowie ein 55-jähriger lettischer Staatsbürger, der ebenfalls an der Inszenierung beteiligt war.

Aufwendige Inszenierung

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollte die gesamte Veranstaltung in sozialen Medien live übertragen werden. Für die Inszenierung wurden „Statisten“ online angeworben, die Familienmitglieder darstellen sollten. Die Organisatoren hatten Disneyland ausdrücklich um Vertraulichkeit gebeten. Die Parkleitung betont, sie sei getäuscht worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erläuterte: „Der Organisator nahm die Identität eines lettischen Staatsbürgers an und nutzte gefälschte Dokumente, um den Vertrag für die private Nutzung des Parks abzuschließen.“

Die fingierte Trauungszeremonie war für die frühen Morgenstunden geplant, da private Veranstaltungen wie Hochzeiten im Themenpark außerhalb der regulären Öffnungszeiten stattfinden. Eine Quelle aus dem Disneyland-Management berichtete, dass die Veranstaltung „umgehend abgebrochen“ wurde und Gäste am Betreten des Geländes gehindert wurden. Die Ermittlungen ergaben laut Staatsanwaltschaft, dass es sich bei der „Hochzeit“ tatsächlich „um eine fiktive Zeremonie handelte, die privat gefilmt werden sollte“.

Schockierte Zeugen

Der Brite steht im Verdacht, „mit Unterstützung eines lettischen Staatsbürgers weitere lettische Staatsangehörige rekrutiert zu haben, um den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten, sowie etwa 100 französische Statisten, die Disneyland Paris fälschlicherweise als Hochzeitsgäste präsentiert wurden“, so die Staatsanwaltschaft. Das Kind, das zwei Tage vor der Veranstaltung nach Frankreich eingereist war, habe „weder physische noch sexuelle Gewalt erlitten“ und sei nicht zur Rolle der „Braut“ gezwungen worden, hatte die Staatsanwaltschaft am Wochenende mitgeteilt.

Eine Person, die als „Hochzeitsgast“ angeworben worden war, berichtete: „Wir dachten alle, wir würden an einer echten Hochzeit teilnehmen. Alle waren fassungslos, als wir begriffen, was tatsächlich vor sich ging. Disneyland handelte äußerst professionell – sie brachen alles ab, sobald sie erkannten, dass die Braut ein Kind war. Es war zutiefst erschütternd.“ Eine weitere angeworbene Statistin beschrieb Szenen der „Panik“ hinter den Kulissen, als die schockierende Wahrheit ans Licht kam.

„Ich sah, wie Disney-Mitarbeiter den Tränen nahe vorbeigingen. Ein Herr, der hinter mir vorbeilief, sagte auf Englisch: ‚Das Mädchen ist 9 Jahre alt, wir stoppen alles!'“, schilderte sie gegenüber der Zeitung Le Parisien.

Rechtliche Konsequenzen und internationale Zusammenarbeit

Die britischen Behörden bestätigten inzwischen, dass der 39-jährige Mann bereits wegen Sexualdelikten an Minderjährigen verurteilt wurde und in Großbritannien wegen Verstoßes gegen die Meldeauflagen für Sexualstraftäter polizeilich gesucht wird. Die Zusammenarbeit zwischen den französischen und britischen Justizbehörden wurde bereits eingeleitet, um mögliche weitere Schritte zu prüfen, darunter auch eine potenzielle Auslieferung des Täters nach Großbritannien.

Nach Informationen von Sky News und Le Monde werden die strafrechtlichen Verfahren in beiden Ländern koordiniert. Sollte der Mann in Frankreich verurteilt werden, drohen ihm mehrjährige Haftstrafen für die verschiedenen Delikte, bevor eine mögliche Überstellung nach Großbritannien in Betracht gezogen wird.

Schutz und Betreuung des Kindes

Das neunjährige Mädchen wurde nach dem Vorfall umgehend medizinisch untersucht. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass das Kind unmittelbar unter Schutz gestellt und von spezialisierten Fachkräften betreut wurde. Auch psychologische Unterstützung wurde bereitgestellt, um mögliche traumatische Folgen des Vorfalls abzumildern.

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KO KOSMO-Redaktion
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