Eier werden teurer und dahinter steckt mehr als nur ein trockener Sommer. Die Branche steht unter Druck.
Die österreichische Geflügelwirtschaft kündigt eine Erhöhung der Eierpreise um ein bis zwei Cent pro Stück an – das entspricht zehn bis zwanzig Cent mehr pro Zehnerpackung. Auslöser sind gestiegene Futtermittelkosten, die auf den trockenen Sommer und die damit verbundenen Ernteausfälle zurückgehen. Günther Wenninger, Obmann der Erzeugergemeinschaft EZG Frischei, bezeichnet den Schritt als „moderate Preisanpassung“ – notwendig, um „die wirtschaftliche Grundlage dafür, dass österreichische Bauern auch in Zukunft Eier produzieren können“ zu sichern.
Rekordkonsum & Ausbau
Hinter der Preisentwicklung stehen mehrere Faktoren gleichzeitig: Neben den höheren Futterkosten infolge des Dürresommers verzeichnet Österreich beim Eierkonsum einen historischen Höchststand – 246 Eier pro Person wurden 2025 im Schnitt konsumiert. Parallel dazu wächst der Produktionsapparat: Laut AMA-Marketing sind mittlerweile mehr als 7,6 Millionen Legehennen registriert, und durch laufende Investitionen ist ein weiterer Anstieg dieser Zahl absehbar.
Der Ausbau der Produktion konzentriert sich vor allem auf Bio- und Freilandhaltung, um künftigen Versorgungsengpässen entgegenzuwirken. Trotz der angekündigten Preiserhöhung sehen Branchenvertreter darin auch eine Chance, Konsumenten für den Kauf heimischer Produkte zu gewinnen und die österreichische Landwirtschaft zu stärken.
Heikle Verhandlungen
Mit dem Lebensmittelhandel laufen derzeit Verhandlungen über die konkrete Ausgestaltung der Preisentwicklung. Wenninger mahnt dabei zur Vorsicht vor einer Überproduktion: „Ein Ei zu viel und der Preis geht nach unten.“
Verbraucher, die übermäßige Preissteigerungen beobachten oder Mängel feststellen, können sich an österreichische Verbraucherberatungsstellen wenden. Die Landwirte selbst setzen darauf, dass der Handel auch bei veränderten Marktbedingungen faire Konditionen gewährleistet.