Mit einer jungen Frau als Köder lockten sie den Iraker in die Falle. Dann schlugen die Angreifer mit Baseballschlägern zu und zückten ein Messer.
Anfang März wurde ein 30-jähriger Iraker in Zirl (Tirol) Opfer eines brutalen Überfalls. Auf einem Parkplatz an der Seefelder Straße attackierte ihn eine Gruppe mit Baseballschlägern und fügte ihm schwere Verletzungen zu. Einer der Angreifer versuchte zudem, den Mann mit einem Messer im Brustbereich zu verletzen. Das Opfer war überzeugt, dass die Täter seine Tötung beabsichtigten.
Die Ermittlungsarbeit des Landeskriminalamts Tirol führte Monate später zur Identifizierung von drei Tatverdächtigen: einem 30-jährigen Österreicher, einer 22-jährigen Syrerin und einem 25-jährigen Staatenlosen. Zwei der Verdächtigen sind in Vorarlberg wohnhaft, der dritte in Tirol. Nach Erkenntnissen der Ermittler diente die 22-Jährige als Lockvogel, um das Opfer in einen Hinterhalt zu führen.
Ermittlungsstand
Von den drei Beschuldigten verweigern zwei die Aussage, während der dritte jede Beteiligung an der Tat abstreitet. Die strafrechtlichen Ermittlungen umfassen den Verdacht der schweren Körperverletzung, des Raubes sowie der Sachbeschädigung. Die Verdächtigen wurden auf freiem Fuß angezeigt.
Die Fahndung nach weiteren möglichen Tatbeteiligten dauert an. Nach derzeitigem Ermittlungsstand liegt das Motiv für den Angriff vermutlich in einem Familienkonflikt zwischen zwei der Beschuldigten und dem Opfer.
Ein Zusammenhang mit einem nahezu zeitgleich aufgedeckten Asylskandal wird ausgeschlossen.
⇢ Messer-Attacke am Keplerplatz: Vierter Täter gefasst, einer noch flüchtig
Tathergang
Der Vorfall ereignete sich, als der in Innsbruck lebende Iraker in Begleitung einer Frau sein Fahrzeug auf dem Parkplatz abstellte. Nachdem sie sich auf einer nahegelegenen Bank niedergelassen hatten, nahm das Opfer Stimmen aus dem angrenzenden Waldstück wahr.
Woraufhin der gewaltsame Überfall folgte.
⇢ Gefesselt und allein: Tankstellen-Opfer stundenlang in Todesangst