In einem Wiener Hotel endete das Leben einer 16-Jährigen durch eine Überdosis. Die Betreute aus einer Wohngruppe der Jugendhilfe hatte das Haus am Halloween-Vorabend verlassen.
Eine 16-jährige Jugendliche wurde in der Nacht vor Halloween 2025 tot in einem Wiener Hotelzimmer aufgefunden. Das Mädchen, das in einer Wohngruppe der Kinder- und Jugendhilfe Wien lebte, hatte am Vorabend die Betreuungseinrichtung verlassen und war nicht zurückgekehrt. In der Nacht checkte sie in einem Hotel in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ein, wo sie am nächsten Morgen leblos entdeckt wurde.
Die Ermittlungen ergaben eine Suchtmittelüberdosis als Todesursache. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Anzeichen für Fremdverschulden, wobei untersucht wurde, ob die Jugendliche die Substanzen allein oder in Gesellschaft konsumiert hatte. Der Vorfall wurde erst Monate später öffentlich bekannt.
Die verstorbene Jugendliche war ursprünglich aus Salzburg und seit Mai 2025 in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft in Wien untergebracht. „Im Vorfeld gab es Hinweise auf psychosoziale Belastungen, insbesondere Essstörungen sowie Substanzkonsum“, teilte die Kinder- und Jugendhilfe mit. Diese Anzeichen seien ernst genommen worden und hätten zu kontinuierlichen Überprüfungen und Anpassungen der Unterstützungsmaßnahmen geführt.
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Betreuungskonzept
Die Magistratsabteilung 11 hebt hervor, dass Jugendliche in betreuten Wohngemeinschaften nicht isoliert werden. Ähnlich wie in familiären Strukturen sei es wichtig, Freiräume zu gewähren, damit die Jugendlichen eigene Erfahrungen sammeln und Selbständigkeit entwickeln können. Die Ausgangszeiten würden individuell an den Entwicklungsstand angepasst und begleitet.
„Wir begleiten Jugendliche sorgfältig, reflektieren gemeinsam die Erfahrungen und zeigen alternative Handlungswege auf“, erklärt die Behörde. Man versuche, sowohl Schutz zu bieten als auch Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.
Behördliche Reaktion
Der Todesfall hat bei den Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe tiefe Betroffenheit ausgelöst. „Jeder Todesfall eines jungen Menschen ist einer zu viel“, betont die MA 11. Der Fall wurde sowohl intern als auch mit externen Fachstellen analysiert.
Dabei arbeite man eng mit der Sucht- und Drogenkoordination sowie mit Kinder- und Jugendpsychiatern zusammen. Die Behörde räumt ein, dass nicht jede Gefährdungssituation vorhersehbar oder vermeidbar sei. In vielen Fällen gelinge es jedoch, betroffene Jugendliche in eine Therapie zu begleiten und ihnen beim Ausstieg aus dem Substanzkonsum zu helfen.
Die Kinder- und Jugendhilfe Wien (MA 11) bestätigt inzwischen, dass bereits vor dem tragischen Ereignis Hinweise auf Substanzkonsum bei der Jugendlichen vorlagen.