Kroatiens Steuerbehörde öffnet die Kassen: 400 Millionen Euro fließen zurück an die Bürger. Besonders junge Menschen und Rückkehrer profitieren von der demografisch motivierten Maßnahme.
Millionen-Rückerstattung
Rund 850.000 Steuerzahler in Kroatien können sich heuer über eine willkommene finanzielle Entlastung freuen. Die kroatische Steuerbehörde wird mehr als 400 Millionen Euro an Einkommensteuerrückerstattungen auszahlen, wie Sarajka Stanic, Leiterin der Abteilung für direkte und lokale Steuern, bekannt gab. Von der Maßnahme profitieren auch zehntausende Arbeitnehmer aus Bosnien und Herzegowina, die in Kroatien beschäftigt sind. Interessierte können ihre Anträge noch bis Ende Feber einreichen.
Die Steuerentlastung ist Teil einer demografischen Strategie, mit der die kroatische Regierung junge Menschen im Land halten möchte. Je nach Alter und Einkommenshöhe fallen die Rückzahlungen unterschiedlich aus: Beschäftigte unter 25 Jahren mit einem Nettogehalt von 1.100 Euro können bis zu 1.760 Euro zurückerhalten, während Personen zwischen 26 und 30 Jahren mit etwa 880 Euro rechnen dürfen.
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Kristijan Oreskovic vom kroatischen Jugendnetzwerk begrüßt die Initiative, fordert jedoch Nachbesserungen: „Diese Maßnahme sollte auch Studierende und Personen in prekären Arbeitsverhältnissen einschließen. Zudem halte ich es für umsetzbar, allen jungen Menschen bis 30 Jahre eine vollständige Steuerrückerstattung zu gewähren.“ Das Jugendnetzwerk betont allerdings, dass die Steuerentlastung allein nicht ausreicht.
Vorteile für Rückkehrer
Eine Neuerung betrifft Rückkehrer nach Kroatien, die erstmals Anspruch auf Steuerrückerstattung haben. „Rückkehrer erhalten eine hundertprozentige Rückerstattung der im Vorjahr gezahlten Einkommensteuer. Diese Steuererleichterung gilt für sie in den kommenden fünf Jahren“, erläuterte Stanic. Nach Angaben des Innenministeriums fallen mehr als 13.000 Personen in diese Kategorie.
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Mögliche Nachzahlungen
Die Steuerbehörde weist jedoch darauf hin, dass nicht alle Bürger mit einer Rückzahlung rechnen können – im Gegenteil: Über 100.000 Kroaten müssen voraussichtlich Steuern nachzahlen, insgesamt fast 30 Millionen Euro. Ivan Cevizovic, Präsident der kroatischen Kammer der Steuerberater, erklärt die Gründe: „Nachzahlungspflichtig sind Personen, die ein Zusatzeinkommen mit niedrigerem Steuersatz erzielt haben, aber ein relativ hohes Grundgehalt beziehen. Auch wer die Voraussetzungen für persönliche Freibeträge nicht mehr erfüllt – etwa weil Kinder im Laufe des Jahres zu arbeiten begonnen haben oder Eltern die Freibeträge anders aufteilen – muss mit Nachforderungen rechnen.“