Im Streit um die Epstein-Akten erhebt Hillary Clinton schwere Vorwürfe gegen die Trump-Regierung, während das Weiße Haus zurückschlägt und auf Erfolge verweist.
Hillary Clinton hat der Trump-Administration vorgeworfen, bewusst die Veröffentlichung von Dokumenten im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu verschleppen. „Gebt die Akten heraus. Sie verzögern es absichtlich“, erklärte die frühere US-Außenministerin in einem BBC-Interview am Rande des World Forums in Berlin.
Obwohl das US-Justizministerium Anfang des Monats Millionen neuer Dokumente zu Epstein freigegeben hat – nachdem der Kongress ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hatte – halten Kritiker die Veröffentlichung für unzureichend. Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky, Mitautor des Epstein Files Transparency Act, fordert vom Justizministerium auch die Herausgabe interner Memoranden zu früheren Entscheidungen über mögliche Anklagen gegen Epstein und seine Komplizen.
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Das Weiße Haus wies die Kritik zurück und betonte, man habe „mehr für die Opfer getan als die Demokraten je getan haben“. Trump selbst, der in den Epstein-Akten hunderte Male erwähnt wird, bestritt im Gespräch mit der BBC jegliches Fehlverhalten: „Ich bin entlastet worden. Ich hatte nichts mit Jeffrey Epstein zu tun.“ Er fügte hinzu: „Sie werden hineingezogen. Und das ist ihr Problem… Clinton und viele andere Demokraten werden hineingezogen.“
Das Justizministerium hatte zuvor klargestellt: „Einige Dokumente enthalten unwahre und sensationsheischende Behauptungen gegen Trump, die kurz vor der Wahl 2020 beim FBI eingereicht wurden. Um es klar zu sagen, die Behauptungen sind unbegründet und falsch.“
Druck auf Aussagen
Unterdessen wächst der Druck auf Andrew Mountbatten-Windsor, vor dem Aufsichtsausschuss über seine Verbindungen zu Epstein auszusagen. Der ehemalige britische Prinz hat wiederholt jegliches Fehlverhalten bestritten und 2022 einen außergerichtlichen Vergleich mit seiner Anklägerin Virginia Giuffre erzielt, der kein Schuldeingeständnis enthielt. Giuffre nahm sich 2025 das Leben. Auf die Frage, ob Andrew vor einem Kongressausschuss aussagen sollte, antwortete Clinton: „Ich denke, jeder sollte aussagen, der dazu aufgefordert wird.“
Auch die Clintons selbst werden vor dem Ausschuss erwartet. Bill Clinton soll am 27. Februar aussagen, Hillary am Tag zuvor. Eine geplante Abstimmung, das Ehepaar wegen Missachtung des Kongresses zu belangen, wurde zurückgestellt, nachdem beide zugestimmt hatten, auszusagen. Es wird das erste Mal seit Gerald Fords Auftritt 1983 sein, dass ein ehemaliger US-Präsident vor einem Kongressausschuss aussagt.
Bill Clinton, der mehrfach in den Epstein-Akten erwähnt wird, räumt ein, Epstein gekannt zu haben, betont jedoch, den Kontakt vor etwa zwei Jahrzehnten abgebrochen zu haben. Keinem der Clintons wurde von Epsteins Missbrauchsopfern ein Fehlverhalten vorgeworfen, und beide bestreiten, damals von seinen Sexualdelikten gewusst zu haben.
Öffentliche Anhörung
Die Clintons fordern, dass ihre Anhörung öffentlich stattfindet. „Wir werden erscheinen, aber wir denken, es wäre besser, wenn es öffentlich stattfinden würde“, sagte Hillary Clinton der BBC. Der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer hatte dem Paar zuvor „Verzögerungstaktik“ vorgeworfen. Clinton entgegnete: „Ich möchte nur, dass es fair ist. Ich möchte, dass alle gleich behandelt werden. Wir haben nichts zu verbergen. Wir haben wiederholt die vollständige Freigabe dieser Akten gefordert. Wir denken, Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel.“
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Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin argumentierte zudem, dass sie und ihr Ehemann instrumentalisiert würden, um von Trump abzulenken: „Schaut auf dieses glänzende Objekt. Wir werden die Clintons haben, sogar Hillary Clinton, die den Kerl nie getroffen hat.“ Sie räumte allerdings ein, Ghislaine Maxwell – Epsteins verurteilte Komplizin – „bei einigen Gelegenheiten“ getroffen zu haben.
Das Weiße Haus verteidigte sein Vorgehen in einer Stellungnahme: „Durch die Veröffentlichung tausender Seiten Dokumente, die Zusammenarbeit mit der Vorladung des Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhauses und Präsident Trumps kürzlichen Aufruf zu weiteren Untersuchungen gegen Epsteins demokratische Freunde hat die Trump-Regierung mehr für die Opfer getan als die Demokraten je getan haben.“