Was früher umgekehrt war, hat sich gedreht: An der kroatisch-ungarischen Grenze vollzieht sich ein stiller Wandel im Einkaufsverhalten.
Immer mehr Ungarn zieht es zum Einkaufen über die Grenze nach Kroatien – besonders in die Baranja, wo die Preisunterschiede spürbar ins Gewicht fallen. Wie das Portal Glas Slavonije berichtet, greifen die Kunden aus dem Nachbarland vor allem bei Fleisch, Fleischwaren, Käse, Zigaretten und anderen Lebensmitteln zu. Der Grund liegt auf der Hand: In kroatischen Geschäften ist Schweinefleisch bis zu 30 Prozent günstiger als in Ungarn, bei manchen Käsesorten beträgt die Ersparnis bis zu fünf Euro pro Stück.
Beli Manastir boomt
Besonders in Beli Manastir (Baranja) ist der Zustrom ungarischer Kundschaft inzwischen unübersehbar. Der Handel hat darauf reagiert und Sortiment sowie Geschäftsstrategie zunehmend auf diese Nachfrage ausgerichtet. Vor allem an Wochenenden werden größere Mengen eingekauft: Beliebt sind vor allem Schweinshals, Schinken, Schulter und Speck, dazu Käse, Süßwaren, Fertiggerichte und Tabakwaren. Vereinzelt wurden auch auffällig große Zigaretteneinkäufe registriert – manche Kunden geben pro Besuch mehrere hundert Euro aus.
Umgekehrte Richtung
Dabei hat sich das Bild im Vergleich zu früheren Jahrzehnten regelrecht umgekehrt. Früher waren es kroatische Staatsbürger, die regelmäßig nach Ungarn fuhren – besonders rund um den Heimatkrieg war Einkaufstourismus in diese Richtung weit verbreitet. Noch 2022 lockte günstiger Treibstoff viele Kroaten über die Grenze, doch nachdem die Sonderpreise für ausländische Kunden zunächst eingeschränkt und schließlich ganz abgeschafft wurden, ebbte dieser Trend rasch ab.
Heute sind solche Fahrten die Ausnahme – während die Richtung des Einkaufstourismus längst eine andere geworden ist.