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Preisdruck

Kroatien unter Druck: Tourismusbranche soll Preise um bis zu 20 Prozent senken

Kroatien unter Druck: Tourismusbranche soll Preise um bis zu 20 Prozent senken
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Kroatiens Tourismusindustrie sieht sich mit einem doppelten Druck konfrontiert: Reisekosten auf Rekordniveau und eine zunehmend unberechenbare Weltwirtschaft. Die Regierung in Zagreb reagiert darauf mit einer ungewöhnlichen Forderung an die Branche – Preisreduktionen von bis zu 20 Prozent noch vor dem Beginn der Hochsaison. Tourismusminister Tonci Glavina appellierte an alle Beteiligten des Sektors, mit Sonderkonditionen gegenzusteuern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern.

In der Praxis stoßen diese Appelle jedoch auf erhebliche Widerstände: Steuerlast und gestiegene Personalkosten machen flächendeckende Preissenkungen für viele Betriebe wirtschaftlich kaum umsetzbar.

Vorsaison unter Druck

Dennoch zeigt sich Split in der Vorsaison belebt. Trotz eines durchwachsenen Wetters in der ersten Maihälfte strömten Besucherinnen und Besucher aus den USA, Großbritannien und Frankreich in die dalmatinische Küstenstadt. Viele von ihnen berichten allerdings von spürbar höheren Ausgaben als in den vergangenen Jahren.

Die Kombination aus globaler Konjunkturunsicherheit, teureren Flügen und gestiegenen Unterkunftspreisen erschwert verlässliche Prognosen für den Sommer. Hinzu kommt die Sorge vor Flugausfällen, die bei einem Teil der Reisenden bereits die Urlaubsplanung beeinflusst.

Internationale Positionierung

Parallel dazu laufen die Bemühungen, Kroatien als Reiseziel international zu positionieren. Die Kroatische Zentrale für Tourismus gemeinsam mit ACI (Adriatisches Yachthafen-Netzwerk) lud kürzlich eine Gruppe internationaler Fachjournalistinnen und -journalisten, die auf Wassertourismus spezialisiert sind, zu einer Studienreise durch Mitteldalmatien ein – mit dem Ziel, Kroatiens Ruf als eines der bedeutendsten Segelreviere Europas zu festigen. Leonie Meyer von der deutschen Publikation Yacht Exclusiv Boote zeigte sich von der Vielfalt des Angebots überzeugt: „Das ist schwer zu sagen. Hier ist für jeden etwas dabei. Familien können hier segeln, aber auch große Yachten. Viele Deutsche werden sicherlich weiterhin nach Kroatien kommen, weil es ein nahegelegenes Reiseziel ist.“

Aus dem Bereich der privaten Unterkunftsvermietung kommen ebenfalls vorsichtig zuversichtliche Töne. Barbara Markovic, Präsidentin des kroatischen Verbandes für Familienunterkünfte, geht davon aus, dass bereits konkret geplante Reisen trotz höherer Kosten in der Regel nicht storniert werden. „Diejenigen, die ihren Urlaub bereits geplant haben, werden ihre Anreisepläne voraussichtlich beibehalten. Sobald es wärmer wird, dürfte selbst ein Preisanstieg von rund 50 € nicht mehr so gravierend erscheinen“, sagte Markovic.

Mit dem näher rückenden Sommer gewinnen nun Last-Minute-Buchungen an Bedeutung – ein Segment, das auf dem kroatischen Tourismusmarkt traditionell einen festen Platz einnimmt.

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KO KOSMO-Redaktion
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