Croatia Airlines streicht hunderte Flüge – und wer trotzdem fliegt, zahlt bald deutlich mehr. Die Gründe dafür sind vielschichtig.
Slaven Zabo, Direktor für kommerzielle Angelegenheiten bei Croatia Airlines, hat bestätigt, dass die kroatische Nationalfluggesellschaft im laufenden Quartal rund 900 Flüge aus dem Programm streicht. Das entspricht etwa fünf Prozent der insgesamt rund 27.000 geplanten Operationen. Gegenüber dem kroatischen Sender RTL nannte Zabo den massiven Anstieg der Kerosinpreise als ausschlaggebenden Grund – und kündigte zugleich eine Verteuerung der Flugtickets an.
„Die ungünstige geopolitische Lage hat sich unmittelbar auf den Treibstoffpreis niedergeschlagen. Der Kerosinpreis hat sich seit Ausbruch der Krise verdoppelt – und ist dabei noch stärker gestiegen als der Rohölpreis. Die derzeitigen Kosten werden Croatia Airlines und allen anderen Fluggesellschaften in diesem Zeitraum Verluste in Millionenhöhe einbringen“, erklärte Zabo. Das Unternehmen habe daraufhin ein Krisenmanagement eingeleitet.
Streichungen & Kosten
„Wir versuchen, die Kosten durch eine Optimierung des Streckennetzes und der Kapazitäten sowie durch gesteigerte Effizienz aufzufangen“, so Zabo. Auf die Frage, was unter Optimierung konkret zu verstehen sei, präzisierte er: „Das bedeutet, Kapazitäten an die tatsächliche Nachfrage, die Betriebskosten und die Ertragslage auf den einzelnen Routen anzupassen – was selbstverständlich auch die Streichung von Flügen einschließt.“
Zabo bestätigte die Zahl von rund 900 gestrichenen Verbindungen und verwies darauf, dass Croatia Airlines in der Hochsaison täglich bis zu 100 Flüge abwickelt. Neben dem Treibstoff treiben auch andere Kostenfaktoren die Ticketpreise in die Höhe: „Der Flughafen Zagreb hat ab 1. Juni eine Gebührenerhöhung von 20 Prozent angekündigt, was sich direkt auf die Ticketpreise auswirken wird“, sagte Zabo. Wie stark die Tickets letztlich teurer werden, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern.