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Brandanschlag

Nach Schändungen von Statuen und Feuer am Altar: Täter von Medjugorje gefasst

Nach Schändungen von Statuen und Feuer am Altar: Täter von Medjugorje gefasst
Foto: Screenshot Insta rtvhercegbosne, iStock
3 Min. Lesezeit |

Im weltbekannten Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina sind in der Nacht auf den 28. Juli 2026 mehrere religiöse Stätten beschädigt worden. Ein Außenaltar wurde in Brand gesetzt, Marienstatuen wurden mit schwarzer Farbe beschmiert und mit beleidigenden Botschaften versehen. Wenige Stunden später nahm die Polizei einen Mann fest, der mit den Vorfällen in Verbindung gebracht wird.

Außenaltar in Brand gesetzt

Die Polizeistation Čitluk erhielt gegen 4.30 Uhr zunächst die Meldung, dass die Marienstatue auf dem Erscheinungsberg Podbrdo durch Schmierereien beschädigt worden sei. Etwa eine halbe Stunde später wurde der Polizei ein Feuer am Außenaltar der St.-Jakobus-Kirche gemeldet.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen einen Mann, der den Bereich des Außenaltars mit einer brennbaren Flüssigkeit übergießt und anschließend anzündet. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden. Am Außenaltar entstand Sachschaden, dessen genaue Höhe bislang nicht bekannt gegeben wurde. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Polizisten und ein Brandschutzinspektor untersuchten die betroffenen Bereiche. Die Ermittlungen werden unter Aufsicht der zuständigen Staatsanwaltschaft in Mostar geführt.

Marienstatuen beschmiert

Neben dem Außenaltar wurden auch bekannte Gebetsstätten auf dem Erscheinungsberg Podbrdo und beim Blauen Kreuz beschädigt. Gesichter und Hände von Marienstatuen wurden mit schwarzer Farbe beschmiert.

Auf beziehungsweise neben einer der Statuen wurde die englische Botschaft „Devil in a skirt“ – auf Deutsch „Teufel im Rock“ – hinterlassen. Weitere Aufschriften lauteten sinngemäß „Medjugorje ist eine Täuschung“, „Maria ist der Teufel“ und „Nur Jesus“.

In der Nähe wurde außerdem ein Banner in polnischer Sprache entdeckt. Darauf wurden mehrere Personen, die mit den behaupteten Marienerscheinungen von Medjugorje in Verbindung stehen, als Betrüger bezeichnet. Der Verfasser behauptete, Beweise dafür zu besitzen.

Verdächtiger bei Ljubuški festgenommen

Polizeibeamte der Kantone Herzegowina-Neretva und West-Herzegowina nahmen noch am selben Tag einen Verdächtigen im Raum Ljubuški fest. Bürger sollen den gesuchten Mann anhand veröffentlichter Aufnahmen erkannt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten haben.

Nach Informationen der kroatischen Nachrichtenagentur Hina handelt es sich um einen 31-jährigen polnischen Staatsbürger, der in Warschau geboren wurde. In ihrer ersten öffentlichen Mitteilung nannte die Polizei allerdings weder den Namen noch die Staatsangehörigkeit des Festgenommenen.

Der Mann befindet sich in Polizeigewahrsam und soll kriminaltechnisch vernommen werden. Ob er für sämtliche Beschädigungen verantwortlich ist und welches Motiv hinter den Taten steht, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Heiligtum bleibt geöffnet

Die Pfarre Medjugorje verurteilte die Vorfälle als Vandalismus und erklärte, unmittelbar mit der Reinigung und Sanierung der betroffenen Bereiche begonnen zu haben. Das Heiligtum bleibt für Pilger geöffnet, Gebete und Gottesdienste finden weiterhin regulär statt.

Vom 1. bis 6. August 2026 soll in Medjugorje das internationale Jugendgebetstreffen Mladifest stattfinden. Zu dem jährlichen Treffen kommen üblicherweise Zehntausende junge Pilger und Hunderte Priester aus zahlreichen Ländern.

Hinweise auf eine Absage oder Verschiebung des Mladifests gibt es bislang nicht. Das veröffentlichte Veranstaltungsprogramm bleibt nach aktuellem Stand bestehen.

Der Vatikan hatte im September 2024 ein sogenanntes „Nihil obstat“ für die Verehrung und öffentliche Wallfahrten nach Medjugorje ausgesprochen. Damit wurden Pilgerreisen ausdrücklich ermöglicht – die behaupteten Marienerscheinungen selbst wurden dadurch jedoch nicht als übernatürlich anerkannt.

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KO KOSMO-Redaktion
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