Brandstifter in Kalabrien greifen zu einer Methode, die selbst erfahrene Einsatzkräfte fassungslos macht – und Tiere zur Waffe werden lässt.
In mehreren europäischen Ländern sind Einsatzkräfte derzeit mit der Bekämpfung schwerer Waldbrände beschäftigt. Besonders besorgniserregend ist die Lage in Italien, wo Brandstifter auf eine erschreckend grausame Methode zurückgreifen, um Feuer zu legen.
Tiere als Brandbeschleuniger
Ein Video, das Roberto Occhiuto, der Präsident der Region Kalabrien, auf Facebook veröffentlichte, dokumentiert den Missbrauch von Tieren zu diesem Zweck. Domenico Costarella vom Zivilschutz Kalabriens erläutert darin, dass Katzen mit in brennbarer Flüssigkeit getränkten Lappen an den Schwänzen angezündet werden, um Brände zu entfachen und zu verbreiten. Costarella bezeichnete dies als „unmenschlich“, und Occhiuto kommentierte: „Der schlimmste Feind des Menschen ist der Mensch“.
In Kalabrien wurden insgesamt 160 Brände registriert, von denen ein Teil auf vorsätzliche Brandstiftung zurückgeht. Die italienische Agrarvereinigung Coldiretti geht davon aus, dass etwa sechs von zehn Waldbränden in Italien auf Brandstiftung zurückzuführen sind. Der italienische Tier- und Umweltschutzverband AIDAA kündigte an, Strafanzeige gegen Unbekannt einzureichen, und setzte eine Belohnung für sachdienliche Hinweise zur Identifizierung der Verantwortlichen aus.
Auf Sizilien konnte die Polizei in der Provinz Enna unterdessen zwei mutmaßliche Brandstifter im Alter von 80 und 25 Jahren auf frischer Tat beim Legen eines Feuers im Gebiet der Monti Nebrodi festnehmen. Neu sind diese Methoden allerdings nicht: Lauren Pearson von der UC Berkeley erklärte, dass Mafia-Gruppen derartige Techniken in der Vergangenheit eingesetzt haben, um Grundstücke in Brand zu setzen und sie anschließend gewinnbringend zu verkaufen.
Europäische Brandserie
Auch andere europäische Länder sind von der Situation betroffen. Rund um Madrid hat Spanien den Notstand ausgerufen, während an der französischen Atlantikküste tausende Menschen evakuiert werden mussten.
In Italien verschärft der heiße Scirocco-Wind aus Afrika die Lage zusätzlich – vor allem auf Sizilien und Sardinien, wo die Feuerwehr im Dauereinsatz steht.
Während weite Teile Europas mit Waldbränden zu kämpfen haben, steht Deutschland vor einer Hitzewelle mit Temperaturen von nahezu 40 Grad Celsius.
Die anhaltend extremen klimatischen Bedingungen erhöhen die Brandgefahr auf dem gesamten Kontinent weiter.