Die bei Urlaubern geschätzte Region Nouvelle-Aquitaine steht im Mittelpunkt der Katastrophe – besonders der Küstenort Lège-Cap-Ferret, der von den Flammen unmittelbar bedroht wird. Rund 8.000 Menschen leben dort dauerhaft, im Sommer vervielfacht sich die Zahl durch Tausende Feriengäste.
In der Nacht auf Freitag gelang es nicht, zwei ausgedehnte Brände einzudämmen. Die Behörden verfügten zunächst die Evakuierung von knapp 20.000 Personen; im weiteren Verlauf mussten auch mehrere benachbarte Ortschaften geräumt werden. Die Zahl der Evakuierten stieg im Verlauf der Einsätze auf über 23.000. Laut Feuerwehr sind bereits erste Gebäude den Flammen zum Opfer gefallen.
Europäische Verstärkung
Staatspräsident Emmanuel Macron bezeichnete die aktuelle Lage als eine Situation „unter hoher Spannung“. Frankreich habe daraufhin den europäischen Zivilschutzmechanismus ausgelöst und die Europäische Union um Unterstützung ersucht. „Wir werden bald Verstärkung erhalten“, schrieb Macron auf der Plattform X.
Um die französischen Einsatzkräfte zu entlasten, werden Löschflugzeuge sowie Schwerlast-Hubschrauber aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei nach Frankreich entsandt. Ihr Einsatz soll die Bekämpfung der Brände aus der Luft gezielt verstärken. Frankreich selbst rüstet angesichts der Lage kurzfristig ein Militärtransportflugzeug des Typs Airbus A400M für Löscheinsätze um, das nach Angaben des Verteidigungsministeriums innerhalb von zehn Tagen einsatzbereit sein soll.