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Preisschock

Kroatien droht Preisexplosion am Dienstag- weitere Länder unter Druck

Kroatien droht Preisexplosion am Dienstag- weitere Länder unter Druck
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Kroatische Autofahrer könnten ab Dienstag, dem 28. Juli, deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Aktuellen, noch inoffiziellen Berechnungen zufolge zeichnet sich ein erheblicher Preisanstieg bei Kraftstoffen ab. Der Liter Eurosuper 95 könnte demnach auf 1,65 Euro steigen – das wären elf Cent mehr als bisher. Die endgültige Entscheidung trifft die kroatische Regierung jedoch erst am Montag.

Noch deutlicher könnte der Anstieg beim Eurodiesel ausfallen: Hier wird mit einem Plus von 22 Cent auf 1,81 Euro pro Liter gerechnet. Blauer Diesel könnte sich um 24 Cent auf 1,26 Euro verteuern. Auch bei Flüssiggas stehen Aufschläge im Raum: Für Flaschen-UNP werden sieben Cent mehr und damit 1,88 Euro je Kilogramm erwartet, für Tank-UNP ebenfalls sieben Cent mehr auf 1,30 Euro.

Alle genannten Werte basieren auf dem derzeitigen kroatischen Berechnungsmodell und sind noch nicht amtlich bestätigt. Aktuell gelten in Kroatien staatlich festgelegte Höchstpreise von 1,54 Euro für Eurosuper 95 und 1,59 Euro für Eurodiesel. Blauer Diesel ist derzeit auf 1,02 Euro begrenzt, Tank-UNP auf 1,23 Euro und Flaschen-UNP auf 1,81 Euro je Kilogramm.

Die geltenden Höchstpreise wurden für einen Zeitraum von 14 Tagen festgelegt und laufen am Montag, dem 27. Juli, aus. In einer für Montag vorgesehenen Telefonkonferenz will das Kabinett über die Preise für die nächste Zweiwochenperiode entscheiden. Wie bereits in der Vergangenheit könnte die Regierung dabei die Verbrauchssteuer senken oder die zulässigen Aufschläge der Händler begrenzen.

Würde der derzeit prognostizierte Preisanstieg vollständig an die Autofahrer weitergegeben, würde eine Tankfüllung mit 50 Litern Diesel künftig elf Euro mehr kosten. Bei Eurosuper 95 wären es 5,50 Euro zusätzlich.

Nahost-Krise treibt Ölpreise

Haupttreiber des Preisdrucks ist die neuerliche Eskalation der Lage im Nahen Osten. Die europäische Referenzsorte Brent schloss am Donnerstag bei 100,69 Dollar je Barrel. Am Freitag gab der Preis zeitweise wieder nach und lag am frühen Nachmittag bei rund 97 Dollar. Damit lag Brent allerdings weiterhin mehr als zehn Prozent über dem Niveau zu Wochenbeginn.

Besonders nervös reagieren die Märkte auf die Situation an der Straße von Hormus und am Bab al-Mandab, dem südlichen Eingang zum Roten Meer. Beide Meerengen zählen zu den wichtigsten Routen für den weltweiten Transport von Öl, Flüssiggas und anderen Energieträgern.

Von den Huthi-Rebellen beanspruchte Angriffe auf zwei Tanker mit saudischem Öl sowie weitere militärische Drohungen schüren die Furcht vor zusätzlichen Lieferausfällen. Von einer vollständigen Sperrung der beiden Seewege kann derzeit allerdings nicht gesprochen werden.

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist stark eingebrochen, einzelne Tanker passieren die Meerenge jedoch weiterhin. Am Bab al-Mandab ist der Verkehr ebenfalls beeinträchtigt, aber weniger stark eingeschränkt. Dort wurden zuletzt noch mehrere Dutzend Transporte von Energie- und Rohstoffprodukten registriert.

Werden Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet, verlängert sich die Fahrt je nach Route um etwa zehn Tage bis rund einen Monat. Dadurch steigen nicht nur die Treibstoff- und Transportkosten, sondern auch die Versicherungsprämien für Schiffe und Ladungen.

Der besonders starke Anstieg beim Diesel erklärt sich nicht allein durch den höheren Rohölpreis. Raffinerieausfälle, stark gesunkene russische Lieferungen, ein zeitweiliges russisches Exportverbot und Störungen wichtiger Versorgungsrouten haben die europäischen Dieselnotierungen zuletzt auf außergewöhnlich hohe Niveaus getrieben.

Hinzu kommen niedrige Lagerbestände und eingeschränkte Verarbeitungskapazitäten in mehreren Raffinerien. Das hat eine unmittelbare Folge: Selbst wenn der Rohölpreis vorübergehend sinkt, kann Diesel aufgrund knapper verfügbarer Mengen und hoher Großhandelspreise teuer bleiben.

Regionale Preisunterschiede

Auch in Österreich schlägt die internationale Entwicklung deutlich durch. Laut E-Control lag der österreichweite Medianpreis am 23. Juli bei 2,038 Euro für Diesel und 1,881 Euro für Super 95. Bei Diesel war Tirol mit einem Medianpreis von 2,069 Euro das teuerste Bundesland, gefolgt von Salzburg mit 2,059 Euro und Wien mit 2,058 Euro.

Anders als in Kroatien gibt es in Österreich keine landesweit einheitlichen Höchstpreise, die jeweils für einen festen Zeitraum von 14 Tagen gelten. Die Tankstellen legen ihre Preise individuell fest. Preiserhöhungen sind grundsätzlich nur einmal täglich um 12 Uhr zulässig, während Preissenkungen jederzeit vorgenommen werden dürfen.

Zusätzlich gelten derzeit befristete staatliche Entlastungs- und Weitergaberegeln. Ein einheitlicher landesweiter Preissprung an einem bestimmten Stichtag ist deshalb nicht zu erwarten. Weitere schrittweise Erhöhungen bleiben angesichts der internationalen Entwicklung jedoch möglich.

In Serbien legt der Staat die Höchstpreise weiterhin im Wochentakt fest. Ab Freitag, dem 24. Juli, um 15 Uhr darf Eurodiesel höchstens 224 Dinar pro Liter kosten, Eurosuper BMB 95 maximal 200 Dinar. Gegenüber der Vorwoche entspricht das bei beiden Kraftstoffsorten einem Aufschlag von jeweils zwei Dinar.

Die Preise gelten bis Freitag, dem 31. Juli, um 15 Uhr. Parallel dazu hat die serbische Regierung die Verbrauchssteuer auf Mineralölprodukte erneut reduziert. Nach Angaben der Regierung beträgt die gesamte Senkung mittlerweile 20 Prozent.

In Bosnien und Herzegowina existiert keine landesweit einheitliche Preisregelung. In der Föderation Bosnien und Herzegowina gilt seit dem 20. Juni eine Begrenzung der Händlermargen. Im Einzelhandel dürfen Tankstellen bei nicht additivierten Kraftstoffen höchstens 0,25 Konvertible Mark je Liter aufschlagen, im Großhandel maximal 0,06 KM.

Die Regelung ist auf 90 Tage befristet. Sie soll übermäßige Preissteigerungen verhindern und den Kraftstoffmarkt stabilisieren. Verkauft eine Tankstelle ausschließlich additivierte Kraftstoffe, gelten die festgelegten Margengrenzen auch für diese Produkte.

Die US-Großbank JPMorgan geht in einem aktuellen Szenario davon aus, dass jeder weitere Monat mit erheblichen Lieferstörungen den Brent-Preis um rund sieben bis acht Dollar je Barrel erhöhen könnte.

Sollten die Lieferprobleme drei Monate lang in vergleichbarem Ausmaß andauern, wäre nach Einschätzung der Bank ein durchschnittlicher Brent-Preis von rund 114 Dollar je Barrel möglich. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine feste Prognose, sondern um ein Szenario unter der Voraussetzung anhaltender, erheblicher Ausfälle.

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KO KOSMO-Redaktion
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