Zagreb investiert Millionen in kroatische Gemeinschaften im Ausland – von Mostar bis ins Burgenland. Ein Förderpaket mit klarer Botschaft.
Die kroatische Regierung hat erneut ein umfangreiches Förderpaket für Kroaten außerhalb der Landesgrenzen beschlossen. Bei einer Regierungssitzung am 23. Juli 2026 wurden Mittel in Höhe von insgesamt 16,1 Millionen Euro für entsprechende Projekte genehmigt. Dabei handelt es sich nicht um direkte finanzielle Zuwendungen an einzelne Personen, sondern um institutionelle Förderungen: Unterstützt werden Schulen, Kulturvereine, Gesundheitseinrichtungen, landwirtschaftliche Vorhaben sowie Organisationen, die sich dem Erhalt der kroatischen Sprache und Identität widmen.
Fokus Bosnien
Der weitaus größte Anteil des Pakets ist für Bosnien und Herzegowina vorgesehen. Insgesamt zehn Millionen Euro sollen dort 229 ausgewählten Projekten zugutekommen. Beim kroatischen Zentralamt für Kroaten außerhalb der Republik waren dafür 1.899 Anträge eingegangen – damit wurde etwa jeder achte Antrag positiv beschieden.
Die zehn Millionen Euro verteilen sich auf folgende Bereiche: 2,4 Millionen Euro entfallen auf 30 Bildungs- und Wissenschaftsprojekte, 2,3 Millionen Euro auf 48 Kulturprojekte, 1,6 Millionen Euro auf 14 Gesundheitsprojekte, knapp eine Million Euro auf 97 landwirtschaftliche Vorhaben sowie rund 2,7 Millionen Euro auf 40 weitere Projekte. Die Mittel sind im kroatischen Staatshaushalt 2026 sowie in den Finanzplanungen für 2027 und 2028 verankert, was bedeutet, dass die Auszahlungen gestaffelt erfolgen können.
Neben den zehn Millionen Euro für die Einzelprojekte fördert Zagreb neun sogenannte strategische Vorhaben mit weiteren 6,1 Millionen Euro. Den mit Abstand größten Einzelbetrag erhält das Kroatische Nationaltheater in Mostar: 3,5 Millionen Euro sind für die Fertigstellung des Gebäudes vorgesehen. Jeweils 500.000 Euro gehen an den Bau einer Grundschule mit Kindergarten und Sporthalle in Fojnica sowie an die Erweiterung und Ausstattung des kroatischen Krankenhauses „Dr. fra Mato Nikolic“ in Travnik.
Das Katholische Schulzentrum „Petar Barbaric“ in Travnik und das Gymnasium „fra Dominik Mandic“ in Siroki Brijeg erhalten jeweils 400.000 Euro. Die Diözese Banja Luka ist mit 450.000 Euro für eigene Projekte bedacht.
Österreich und Umfeld
Auch die kroatische Gemeinschaft in Österreich profitiert vom aktuellen Förderpaket. Die Kroatische Kulturvereinigung im Burgenland erhält 100.000 Euro für ein geplantes „Zentrum der österreichischen Volksgruppen“ – eines von drei strategischen Vorhaben für kroatische Minderheiten außerhalb Bosnien und Herzegowinas. Darüber hinaus fließen 220.000 Euro an eine zweisprachige rumänisch-kroatische Schule in Karasevo, während der Kroatische Nationalrat in Montenegro 50.000 Euro für die Publikation „Hrvatski glasnik“ bekommt.
Als Begründung für die Förderungen verweist Kroatien auf den Schutz der nationalen Identität, der kroatischen Sprache und des kulturellen Erbes sowie auf die Absicht, die Bindungen zwischen dem Staat und seinen Landsleuten im Ausland zu festigen.
Gerade bei den 229 ausgewählten Einzelprojekten wird erst die Veröffentlichung der vollständigen Empfängerliste zeigen, welche lokalen Vereine, Schulen, landwirtschaftlichen Betriebe und sozialen Einrichtungen konkret bedacht wurden.
Das neue Paket ist dennoch ein deutliches Signal: Kroatien betrachtet seine Bevölkerung außerhalb der Staatsgrenzen nicht nur als historische Diaspora, sondern als weiterhin wichtigen Teil der eigenen Gesellschaft.