Kroatien dreht an einer neuen Schraube – und das könnte Urlaubspläne für den Sommer 2026 gehörig durcheinanderwirbeln.
Kroatien hat sich in den vergangenen Jahren – insbesondere in den Sommermonaten – zu einem der gefragtesten Reiseziele auf dem europäischen Kontinent etabliert. Der Zustrom an Besucherinnen und Besuchern bringt zwar erhebliche wirtschaftliche Einnahmen, geht jedoch zunehmend mit den Problemen einher, die Massentourismus typischerweise mit sich bringt. Überlastete Infrastruktur und überfüllte Sehenswürdigkeiten belasten nicht nur die einheimische Bevölkerung, sondern mindern auch für Reisende die Qualität des Urlaubs.
Als Reaktion darauf plant das Adrialand die Einführung einer Registrierungsnummer für Ferienunterkünfte – ein Modell, das sich bereits andere stark touristisch frequentierte Länder zum Vorbild genommen haben. Die Regelung würde sämtliche Unterkünfte erfassen, darunter auch jene, die über Buchungsplattformen wie Airbnb oder Booking.com angeboten werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Bekämpfung illegaler Vermietungen, die für den kroatischen Tourismussektor ein wachsendes Problem darstellen.
Wie das kroatische Portal „Morski“ berichtet, kommt das Land allein in den vergangenen drei Jahren auf etwa 10,5 Millionen nicht-kommerzielle Übernachtungen. Die geplante Regelung ist Teil eines umfassenden Gesetzespakets für den Tourismussektor des Landes.
Pflicht zur Registrierung
Für Reisende bringt eine solche Registrierungspflicht grundsätzlich mehr Rechtssicherheit. Bei rein privaten Angeboten sind die Schutzrechte für Gäste deutlich eingeschränkt, was immer wieder zu kurzfristigen Stornierungen oder rechtlichen Auseinandersetzungen führt. Die neue Regelung soll diesem Umstand entgegenwirken.
Gleichzeitig bedeutet sie, dass Urlauberinnen und Urlauber bei der Buchung künftig auf eine gültige Registrierungs-ID achten müssen. Wer bereits eine Unterkunft ohne entsprechende Zulassung gebucht hat, muss damit rechnen, dass diese Buchung hinfällig wird, sofern die Unterkunft die neuen Anforderungen nicht erfüllt.
Konkret müssen Reisende ab dem 1. Juni 2026 wachsam sein – ab diesem Zeitpunkt gilt die Regelung für alle, die einen Kroatien-Urlaub planen. Die vollständige gesetzliche Verankerung ist für den 1. Jänner 2027 vorgesehen.
Illegale private Anbieter dürften damit weitgehend vom Markt verschwinden.
Weitere Maßnahmen
Das geplante Tourismuspaket umfasst darüber hinaus weitere Maßnahmen. Städten und Gemeinden soll künftig mehr Spielraum bei der Gestaltung lokaler Vorschriften für Touristinnen und Touristen eingeräumt werden. Auch der Verkauf von Energydrinks an Minderjährige soll eingeschränkt werden.
Für die stark wachsende Branche setzt Kroatien zudem auf verstärkte Kontrollen und eine fortschreitende Digitalisierung, um die Qualität des Tourismus langfristig zu sichern. Tourismusminister Tonči Glavina erklärte dazu, dass das neue Registrierungssystem eine weitreichende digitale Aufsicht ermögliche, ohne dass dafür regelmäßige Vor-Ort-Kontrollen notwendig seien.
Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sollen künftig über das digitale System erfasst und überprüft werden.